Liedermacher sendet klare Botschaft

Auftritt Konstantin Wecker zeigt seine künstlerische Vielfältigkeit

Konstantin Wecker sang nicht nur, er legte auch seine Sichtweisen auf das aktuelle Weltgeschehen schonungslos offen dar. Foto: Andreas Wohland

Crimmitschau. Konstantin Wecker redet auf der Bühne nicht gerne um den heißen Brei herum. An diesen Grundsatz hielt sich der Liedermacher auch bei seinem Auftritt im Crimmitschauer Theater. Noch bevor er zusammen mit seinem langjährigen Bühnenkollegen Johannes "Jo" Barnikel, der ihn am Flügel begleitete, zum eigentlichen Programm mit dem Titel "Solo zu zweit" überging, teilte er dem Publikum seine Sichtweise auf das aktuelle Weltgeschehen mit. Als bekennender Pazifist war seine Botschaft dabei klar und unüberhörbar. Er rief seine Zuhörer auf, Despoten, selbsternannten Führern aber auch Verführern jeglicher Colheur mit allem zu widerstehen, was ein menschliches Wesen ausmacht: Mitgefühl, Verstand, Poesie und Zärtlichkeit.

Fremdenhass hat kein Platz auf der Bühne

Zugleich prangerte er mit glasklaren Worten gesellschaftliche Missstände wie Fremdenhass, Ungerechtigkeit oder soziale Kälte an und plädierte für eine Revolution der Zärtlichkeit. Er ließ auch die Flüchtlingsproblematik nicht aus. "Neun von zehn Flüchtlingen leben in Entwicklungsländern. Und wovor flüchten sie? Vor unseren Waffen, vor unseren Finanzspekulationen, vor unserer Ausbeutung der Erde, auf der sie leben." Ebenso wenig scheute er davor zurück, all jenen den Spiegel vor Augen zu halten, die sich immer wieder als glühende Verfechtern und Bewahrer der christlich abendländischen Werte aufspielen, die allerdings nun mal orientalischer Herkunft seien. "Jedenfalls wüsste ich nicht, dass die Bibel und das Neue Testament in Gelsenkirchen, Straßburg oder Leipzig geschrieben wurden."

Für solche und ähnliche Aussagen gab es schon mal spontanen Applaus. Viel Beifall erntete Wecker natürlich auch für seine Lieder, bei deren Vortrag er mit künstlerischer Vielseitigkeit und Klasse überzeugte.