Limbach-Oberfrohna bald um Gebäudekomplex ärmer

Abriss Schandfleck soll vollständig entfernt werden

limbach-oberfrohna-bald-um-gebaeudekomplex-aermer
Von der alten Fabrik ist nur noch das Wohnhaus geblieben. Foto: A.Büchner

Limbach-Oberfrohna. Seit kurzem läuft der Abbruch des Gebäudekomplexes Helenenstraße 76, der im März abgeschlossen wird. Der recht lange Zeitraum lässt sich dadurch erklären, dass nicht nur Wohnhaus, Nebengebäude und Fabrik abgerissen, sondern auch Fundamente entfernt und das Grundstück gerodet werden.

Abriss durch Fördermittel möglich

"Das Wohnhaus wurde laut Bauakte der Stadt um 1870 errichtet und wurde erweitert", informierte Stadtsprecherin Frances Mildner. "Der letzte Nutzer war die Firma Artiseda, danach standen die Gebäude sehr lange leer und waren einsturzgefährdet."

Die Stadt hat Gebäude und Grundstück bei einer Zwangsversteigerung erworben und führt den Abbruch mit Hilfe von Fördermitteln aus den Programmen Stadtumbau Ost und VwV Investkraft durch. Durch ein gutes Ausschreibungsergebnis konnten die ursprünglich geplanten Kosten gesenkt werden und die komplette Maßnahme schlägt mit rund 129.000 Euro zu Buche.

Historie des Gebäudes

"Erbaut wurde die Fabrik mit den meisten Anbauten von Ernst Adolph Scherf", weiß Archivar Christian Kirchner. "Danach kam es an verschiedene Fabrikanten, ehe es 1899 an Richard Semmler gelangte. Ihm folgten seine Erben, die in der Weltwirtschaftskrise in finanzielle Turbulenzen gerieten, wie die zahlreichen Änderungen der Firmenstruktur vermuten lassen."

Nach dem Krieg sind verschiedene Besitzer ansässig, ehe das Gebäude im Zuge der ersten Enteignungswelle von 1957 an die PGH Stricker und Wirker fällt. 1974 tritt die VEB Formatwäsche als Bauherr in Erscheinung. Ende der 1980er Jahre war die VEB Artiseda der Eigentümer.