Limbach-Oberfrohna hat ein zweites Storchenpaar

Sensation Vögel ziehen erstmals an eine Esse in Kändler

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Das Storchenpaar fühlt sich auf der Esse in Kändler sichtlich wohl. Foto: A. Büchner

Limbach-Oberfrohna. Seit Jahren haben Ornithologen und Naturfreunde einen Blick auf einen ganz bestimmten Schornstein im Ortsteil Rußdorf: Dieser ist fast jährlich mit einem Weißstorchpaar besetzt, das zumeist auch erfolgreich brütete. Während einerseits schon gespannt darauf gewartet wird, wann dort die Jungvögel zu sehen sind, richtet sich seit kurzem auch ganz gezielt die Aufmerksamkeit auf den Ortsteil Kändler. Seit Ende April hat sich dort erstmals ebenfalls ein Storchenpaar niedergelassen.

Freudige Erwartung: Jungvögel?

"In den beiden Vorjahren sind schon immer mal einzelne Störche um unseren Hof gekreist und haben auch auf der Esse übernachtet", erinnert sich Günther Ullrich. "In diesem Jahr habe ich dann am 23. April erstmals das Paar gesichtet und durch das Fernglas gesehen, dass die beiden nicht beringt sind." Der Hobby-Bauer, der auf seinem Anwesen unter anderem auch Galloway-Rinder und Heidschnucken hält, nahm Kontakt zu Jens Hering auf: "Ich wollte eine Nisthilfe bauen und auch deswegen um Rat bitten", weiß er noch.

Allerdings waren die beiden Störche schneller und haben ihr Nest so geschickt an der Leiter der Esse befestigt, dass es auch bei Sturm halten sollte. Ullrich hofft nun, dass in den nächsten Wochen Jungvögel zu sehen sind. Die beiden Altvögel wechseln sich beim Brüten ab und staksen zur Nahrungssuche gern durch den nahe gelegenen Pleißenbach.

Keine guten Bedingungen für die Störche

"Das Thema Nahrung ist allerdings auch der Knackpunkt, warum unsere Region nie ein typisches Storchengebiet werden kann", erläutert Jens Hering. "Obwohl wir seit Jahren darauf hinweisen, werden die großen Wiesen und Grünflächen immer in kurzen Zeiträumen anstatt gestaffelt gemäht. Das gibt zwar für die Störche kurzzeitig viel Futter - was aber im Anschluss komplett fehlt."

Der Mitarbeiter der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises wünscht sich, dass man sich unter anderem mit dem Team des Wirtschaftshofes Sachsenland zusammen setzt und für diese Problematik nach einer Lösung sucht. Zudem verweist er in dem Zusammenhang darauf, dass es nicht ausreicht, wenn Privatleute Nisthilfen aufbauen: Dies zieht seiner Meinung nach vielleicht Störche an - die bis zu fünf Jungen benötigen aber vor allem am Anfang eiweißreiche Nahrung wie große Käfer und erst später Kleintiere. Ein Storchenpaar sucht im Umkreis von bis zu vier Kilometern nach Futter.