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Männer übernehmen Betreuung

Bildung Bernd Göschel arbeitet seit sieben Jahren in einer Kindertagesstätte

Ihr Anteil nimmt zu und sie stellen trotzdem noch eine Ausnahme dar: Männer, die im pädagogischen Bereich in Kindertagesstätten arbeiten. In einer Statistik, die von der Koordinierungsstelle "Männer in Kitas" im Internet veröffentlicht wurde, steht, dass der Anteil der männlichen Fachkräfte in Deutschland bei rund 3,8 Prozent liegt. Dazu gehört auch Bernd Göschel. Der 58-Jährige, der in Kirchberg wohnt, leitet die Kindertagesstätte "Sonnenschein" des Volkssolidarität-Kreisverbandes in Werdau. Der Diplom-Sozialpädagoge und Diplom-Sozialtherapeut ist mittlerweile seit sieben Jahren für die Einrichtung, in welcher 26 Mitarbeiter tätig sind, verantwortlich. "Die Arbeit in einer Kindertagesstätte ist sehr interessant. Ich begrüße es, dass angestrebt wird, mehr Männer in den Kindertagesstätten einzusetzen", sagt Bernd Göschel. Der Chef des Hauses am Richard-Wagner-Park schiebt aber nach: "Mann ist nicht gleich Mann." Er macht deutlich, dass sich die Herren in den Kindereinrichtungen in Frauen-Kollektive integrieren müssen. Sie könnten die Kinder zudem für andere Dinge begeistern. "Männer spielen beim Fußball mit oder toben herum", nennt Bernd Göschel einige Aufgaben. Der Kindertagesstätten-Leiter weiß aber auch, dass die Männer-Quote in den Einrichtungen nur unter bestimmten Bedingungen weiter wachsen wird. Der Großteil der Erzieher arbeitet rund 25 Stunden pro Woche. Die Arbeitszeit - und damit auch das Gehalt - kann aufgrund der Kinderzahlen immer wieder mal variieren. Deshalb stellt Bernd Göschel oft die Frage: "Kann damit ein Mann eine Familie mit Kindern ernähren?" Die Leute, die antworten, schütteln meistens mit dem Kopf.