Mäuse ärgern die Bauern und freuen die Störche

Landwirtschaft Mäuseplage lässt sich nur schwer bekämpfen

Wer derzeit auf Wiesen oder an Feldrändern unterwegs ist, sieht vielerorts unzählige Mäuselöcher. Die Population ist dieses Jahr hoch, was den Landwirten die Sorgenfalten auf die Stirn treibt. Denn die dürfen gegen die alle drei oder vier Jahre auftretenden Mäuseplagen nur mit eingeschränkten Mitteln vorgehen. "Die Vorschriften sind extrem streng. Das macht die Bekämpfung aufwendig und wirtschaftlich kaum tragbar", sagt Georg Stiegler von der Waldenburger Agrar GmbH. Giftstoffe dürfen nur noch direkt in die Mäuselöcher eingebracht werden, weshalb Mitarbeiter mit sogenannten Legeflinten auf die Felder müssen. Die manuelle Arbeit ist zeitaufwendig und damit teuer, doch wenn den Mäusen nicht Einhalt geboten wird, drohen gerade bei mehrjährigen Kulturen wie der Gras-samenvermehrung erhebliche Einbußen.

Beim diesjährigen Mais und den Rüben, die erst noch geerntet werden, befürchtet Stiegler ebenfalls Schäden. Außer der "chemischen Keule" sieht er kaum Möglichkeiten, der Plage Herr zu werden. Doch es gibt auch andere Meinungen. So setzt Thomas Werner, Landwirt in Bernsdorf, beispielsweise auf die Hilfe von Greifvögeln und bringt an seinen Feldern deshalb Sitzhilfen an.

Ornithologe Jens Hering aus Limbach-Oberfrohna bestätigt den Mäusereichtum dieses Jahres. "Deshalb gibt es sehr viele Störche, die in der Region reichlich Nahrung finden", sagt er.