Mahnung gegen Fremdenfeindlichkeit

Gesellschaft Gedenken an die Pogromnacht

Neben dem Fall der Berliner Mauer im Jahr 1989 verbindet man in Deutschland mit dem 9. November leider auch die Gräuel des Jahres 1938, als in ganz Deutschland hunderte Menschen jüdischen Glaubens ermordet wurden und Abertausenden Gewalt angetan wurde. Zum Gedenken an diesen schwarzen Tag deutscher Geschichte luden die Stadt Zwickau, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit mit weiteren Partnern zu zwei Veranstaltungen ein. Um 15 Uhr erfolgte eine Kranzniederlegung auf dem jüdischen Friedhof Zwickau, bei der nach einer Rezitation auch Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß Worte der Mahnung und des Gedenkens sprach. Ab 16 Uhr fanden sich an der Gedenktafel am ehemaligen Polizeipräsidium am Georgenplatz knapp hundert Zwickauer Bürger ein. Nach einem einführenden Musikstück, gespielt von Moritz Ullmann, Schüler des Robert-Schumann-Konservatoriums, führte Bernd Rudolph, stellvertretender Vorsitzender des DGB-Kreisverbands Zwickau, durch die Veranstaltung, in deren Verlauf auch die Pfarrer Anselm Meyer von der Pauluskirchgemeinde und Klaus Appel von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit sprachen. Im Hinblick auf die Geschehnisse des Novembers 1938 sprach Polizeigewerkschafter Rudolph von einem kollektiven Versagen der Parteien und der Einrichtungen der Zivilgesellschaft.

Dabei schlug er auch die Brücke zu den ausländerfeindlichen Morden und Anschlägen des in Zwickau ansässigen und im November 2011 aufgedeckten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) sowie den aktuellen Entwicklungen der sogar am 9.11. erneut marschierenden Pegida- und Legida-Bewegungen und den Ausschreitungen gegen Flüchtlinge in Heidenau im vergangenen August. Vor diesem Hintergrund, so Rudolph, sei antirassistische und antifaschistische Bildungsarbeit auch zukünftig unverzichtbar.