Maibaumsetzen: Jetzt ist der Winter vorbei (hoffentlich)

Maibaum Tradition aus dem Erzgebirge

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Innerhalb von wenigen Minuten konnte der Maibaum in Rekordzeit aufgestellt werden. Foto: Schwalbe

Kirchberg. "Bereits vor dem Ersten Weltkrieg war das Maibaumaufstellen in Kirchberg Tradition", erzählt Tino Fäustel. Mit der Unterstützung der Stadt, vor allem des Bauhofes, ist es dem Erzgebirgischen Heimatverein gelungen, die alte Tradition bereits zum vierten Mal aufleben zu lassen. Dabei wurde die etwa 15 Meter lange Birke, eine Spende von Jens Kramer, rund um die Uhr bewacht, damit er nicht gestohlen wird und ausgelöst werden muss.

Symbolisches Ende des Winters

"Es wird vermutet, dass badische Bergmänner die Tradition des Maibaumstellens vor über 800 Jahren ins Erzgebirge gebracht haben", so Martin Block vom Heimatverein. Die Erzgebirgler sollen seit jeher gerne zu allen Festen im Kreise des Jahreslaufes heilige Quellen, Brunnen und Bäume geschmückt haben. Mit dem Maibaumstellen soll symbolisiert werden, dass die Winterzeit - und damit die Hungerszeit - vorbei ist und mit dem Frühling das Leben wieder neu entsteht.

Maiburschen und Maimädels

In Rekordzeit haben die Maiburschen den hohen Stamm in diesem Jahr innerhalb von wenigen Minuten aufstellen können. Zuvor haben die Maimädels den selbst geflochtenen Kranz durch die Straßen zum Brühlplatz getragen, der vor Ort an die Krone des Maibaums aufgesteckt wurde. Mit Hilfe von sogenannten Schwalben (überkreuzte Hilfestangen) wurde der lange Maibaum hochgestemmt und anschließend von den Maimädels und Maikindern mit grünen und weißen Bändern beim traditionellen Bändertanz umflochten. Begleitet wurde der Tanz auf dem Akkordeon von Daniela Hopf.

Das Maibaumaufstellen war außerdem Anlass, die neue Maikönigin 2017 zu präsentieren. Kerstin Springer nahm das Amt durch Überreichen der Schärpe von der vorherigen Maikönigin Sarah Nitzel an und verteilte an die fleißigen Maihelfer Freibier.