Malermeister mit besonderem Hobby

Altarbild Drei Jahre malte Klaus Röhner aus Glauchau an einer Bosch-Kopie

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In seiner Freizeit malte der Malermeister Klaus Röhner (re.) drei Jahre an der Kopie der "Versuchungen des heiligen Antonius" von H. Bosch. Foto: Nicole Schwalbe

Schönfels/Glauchau. Bereits im Jahre 1895 gründete der Malermeister Oskar Röhner seinen Malerbetrieb in Glauchau. Die Firma florierte, in den 30er Jahren beschäftigte er dort sogar 28 Gesellen und drei Lehrlinge. Die politische Situation zu DDR-Zeiten veranlasste den Familienbetrieb auf sieben Gesellen zu reduzieren. Im Jahre 1993 gründete sein Enkel Klaus Röhner mit seiner Frau und seinen Söhnen den Malerfachbetrieb Röhner neu.

Die vierte Generation, Jan und Tilman Röhner, beschäftigen nunmehr 10 Mitarbeiter im Bereich Maler- und Tapezierarbeiten sowie Trockenbau, Restauration und Denkmalpflege und vieles mehr. "Ich habe schon im Alter von 22 Jahren dekorative Malerei gelernt", erzählt der 76-jährige Klaus Röhner. In seiner Freizeit ging der Malermeister a.D. schon immer der Malerei nach und schuf so das eine oder andere Gemälde.

Eines seiner Ölbilder, eine originalgetreue Kopie des Altarbildes von Hieronymus Bosch mit dem Titel "Die Versuchungen des heiligen Antonius" aus dem Jahre 1503 bis 1509, ist nun in der Sonderausstellung auf Burg Schönfels "Sein-Vision-Reformation" noch bis zum 8. Oktober zu bewundern. Klaus Röhner hat sich so intensiv mit der Materie beschäftigt, dass er ganze Geschichten über das Bild zu erzählen weiß.

"Das Original hängt im Nationalmuseum in Lissabon", so Röhner, "und ist 1,10 Meter breiter sowie 40 Zentimeter höher." Das detailgetreue Malen in Öl lernte der Malermeister einst auf der Mal- und Zeichenschule Zwickau bei Professor Carl Michel.

Schon Röhners Onkel hatte zu DDR-Zeiten eine Ausbildung zum 'Gebrauchswerber' gemacht, ein Beruf, der heute als Schauwerbegestalter bezeichnet wird. So kam auch Klaus Röhner zur Malerei in Öl. "Aber das ist reines Hobby", sagt Röhner lachend, denn solche Kunst bezahlt heutzutage kaum noch jemand.