Malsaal wird zur Spielstätte

Stadtrat Beschluss zu Investition gefasst

Das Gewandhaus zieht in den Malsaal. Die bisher zur Vorbereitung der Dekorationen genutzte Halle muss deshalb umgestaltet werden. Dafür hat der Zwickauer Stadtrat am vergangenen Donnerstag 50.000 Euro zusätzlich bewilligt. Die Entscheidung war jedoch keineswegs unumstritten. Grundsätzlichen Klärungsbedarf zur Zukunft des Zwickauer Theaters hatten die Fraktionen AfD, BfZ/Grüne sowie der Linken angemeldet. Linken-Fraktionsgeschäftsführer Sven Wöhl kritisierte etwa, nicht hinreichend in die Planungen einbezogen worden zu sein. Für eine Grundsatzdiskussion sei es jedoch zu spät, hieß es aus den Reihen der SPD-Fraktion. "50.000 Euro sind viel Geld. Ohne diesen Zuschuss gäbe es in Zwickau aber keine Spielstätte in den zwei Jahren der Sanierung", argumentierte Jens Heinzig (SPD). Am Ende votierte der Rat - nicht einstimmig, aber mehrheitlich - für die Zusatzinvestition.

In der nächsten Spielzeit ab August 2016 steht das Gewandhaus nicht mehr zur Verfügung. Den Entschluss zur Sanierung hatte der Rat bereit im April 2014 gefasst. Die Suche nach Ausweichquartieren war dem Theater überlassen. "Wir haben 30 verschiedene Objekte im Raum Zwickau begutachtet", sagt der Technische Direktor der Theater Plauen-Zwickau, Silvio Gahs. Der Malsaal, im Innenhof des Theaterkomplexes gelegen, eigne sich aus finanzieller Sicht, aber auch aus Sicht der Besucher, so Gahs. Die Vorbereitungen für den Umbau seien bereits angelaufen. In der Halle sollen 120 Sitzplätze, Bühne, Garderobe, Kasse und ein Catering-Bereich aufgebaut werden. Außerdem gelte es, Brandschutzmaßnahmen umzusetzen. Der teuerste Punkt im Investitionspaket: neue Sanitäranlagen im Außenbereich. Die beiden Malerinnen, welche den Saal bisher für ihre Arbeit genutzt haben, müssten in den Raum der Probebühne umziehen, die Probebühne wiederum werde in die Aula der Scheffelbergschule in Eckersbach verlegt, erklärt Gahs.