"Man kann hier nicht mehr gescheit leben" - Schönauer beklagen Fliegenplage

Demonstration Bürger wehren sich gegen die starke Einschränkung in ihrer Lebenqualität

Wildenfels/OT Schönau. 

Dass es im Sommer manchmal etwas mehr um einen herum summt, kennt wohl jeder. Im westsächsischen Ort Wildenfels hat dies aber seit einiger Zeit ganz neue Dimensionen angenommen. Man könne sich nicht mehr vor die Tür begeben ohne von Schaaren aus Fliegen angegriffen zu werden. Besonders schlimm sei es, wenn man draußen essen wolle oder Getränke bei sich hat, so Matthias Joram, Leiter eines ortsansässigen Busunternehmens.

Für die Bewohner des Ortes ist der Grund für die Fliegenplage klar: Das lokale Kompostwerk. Die Kompostieranlage existiere zwar schon seit 1992 als Anlage für Grünschnitt und Baumschnitt, wurde aber sukzessive mit der Aufnahme von Bioabfällen aus dem Landkreis Zwickau erweitert.

Auch landwirtschaftliche Betriebe, die für die hohe Anzahl an Fliegen zuständig sein könnte, gebe es im Ortsteil Schönau nicht mehr.

Da das Problem erst seit sechs Jahren besteht, geht man davon aus, dass die Einführung der Braunen Tonne und die damit verbundenen Lebensmittelabfälle der Grund für das Dilemma sind. Der Betreiber zeige sich aber wenig kooperativ. Es gab zwar ein Vorsprechen der Bürger bei der Geschäftsführung des Kompostwerks im letzten Jahr, dieser wies das Anliegen aber mit der Begründung ab, dass es keine eindeutigen Beweise gebe.

Der Bürgermeister des Ortes Wildenfels ließ deshalb einen Biologen den Fall begutachten, welcher ebenfalls zu dem Schluss kam, dass die Anlage für das vermehrte Fliegenaufkommen verantwortlich sei.

Laut Bürgermeister Tino Kögler, gehe das Problem jedoch weiter als ein bloßes nicht draußen essen können. Es sei nicht mehr möglich, Feste abzuhalten. Auch lokale Unternehmen wie das Hotel, die Lackiererei und das Busunternehmen seien stark in ihrer Arbeit eingeschränkt.

Die Bürger wünschen sich deshalb mehr Kooperationsbereitschaft vom Kompostwerk und dem zuständigen Landratsamt. So sagt Matthias Joram: "Wir sind nicht gegen diese Kompostieranlage, aber wir sind dagegen, dass wir als Bürger in unmittelbare Mitleidenschaft gezogen werden, weil wir das durch die Fliegen einfach nicht mehr aushalten können." Auch Bürgermeister Kögler findet: "Man kann hier nicht mehr gescheit leben".