Marco Bezzecchi baute WM-Führung aus

MOTORSPORT Italiener könnte als Tabellenleader zum Sachsenring kommen

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Marco Bezzecchi baute WM-Führung aus . Foto: Thorsten Horn

Barcelona/Sachsenring. Obwohl Marco Bezzecchi, der 19-jährige Italiener vom am Sachsenring beheimateten Team Redox PrüstelGP, nur von Startplatz neun ins siebente Rennen zur Motorrad-Weltmeisterschaft 2018 gehen konnte, raste der Rossi-Zögling zum fünften Mal in dieser Saison aufs Podest. Im spanischen Barcelona hatte er sich in einem fast schon gewohnt turbulenten Rennen der Klasse Moto3 stetig nach vorn gearbeitet und konnte, nach zwischenzeitlicher Führung, wie schon beim vorangegangenen Lauf im italienischen Mugello, nur um wenige Hundertstel geschlagen starker Zweiter werden. Da seine direkten Konkurrenten im Kampf um den WM-Titel patzten oder schlechter abschnitten, konnte der Lockenkopf seine Tabellenführung von drei auf 19, 23 bzw. 35 Punkte ausbauen.

 

Guter Plan für die letzte Runde

 

"Es war ein schwieriges Rennen heute hier in Spanien", gab Marco Bezzecchi am Sonntagnachmittag zu Protokoll und ging mit folgenden Worten ins Detail: "Wir hatten das ganze Wochenende über viele Probleme, aber das Team hat hart für mich gearbeitet und nicht aufgegeben, um mir ein gutes Bike für das Rennen zu geben. Ich hatte mich in der ersten Hälfte des Rennens sehr schwer getan, einen guten Rhythmus zu finden. Als ich dann aber die vielen Stürze sah, habe ich nur gedacht: Jetzt musst du angreifen und versuchen, näher an die Führungsgruppe heranzufahren, was dann auch geklappt hat. In der letzten Runde habe ich nochmal alles gegeben und am Ende konnte ich den Windschatten des Drittplatzierten nutzen und vor ihm ins Ziel fahren. Ich bin sehr glücklich über den zweiten Platz und die wertvollen Punkte. Dieses Rennen widme ich dem letzte Woche verstorbenen Andreas Perez."

 

 

Natürlich fand auch der Teammanager Florian Prüstel anschließend lobende Worte. Er sagte: "Ich denke mit dem zweiten Platz von Marco haben wir wieder ein Top-Ergebnis eingefahren, wenn man bedenkt, dass wir kein leichtes Wochenende hatten. Es fing am Freitag gut an mit dem Training. Am Samstag beim Qualifying hatten wir dann allerdings Schwierigkeiten mit seinem Bike. Dass wir dann doch das Maximale aus dem Rennen rausgeholt haben und am Ende auf dem zweiten Platz landeten, ist echt eine super Leistung."

 

 

Lob vom Chef

 

Weiterhin fügt er hinzu: "Durch die vielen Stürze haben wir einen Vorsprung in der Punkteliste herausholen können, das ist natürlich gut für die Meisterschaft. Mit Jakub Kornfeil auf Platz elf ist das ein tolles Teamergebnis. Ich bedanke mich bei unserem kompletten Team für die harte Arbeit, die sie an diesem Wochenende wieder geleistet haben und dass sie nicht aufgegeben haben, alles zu geben damit unsere Fahrer ein gutes Rennen fahren können. Auch ein riesen Dank an unsere Sponsoren für ihre Unterstützung. Wir haben an diesem Wochenende auch dem tragischen Unglück des jungen Spaniers Andreas Pérez gedacht. Unser tiefstes Mitgefühl gilt der Familie und den Angehörigen. Wir wünschen ihnen viel Kraft für den schmerzlichen Verlust."

 

Bis zum Sachsenring-Grand-Prix vom 13. bis 15. Juli steht jetzt nur noch der WM-Lauf zum Monatswechsel im niederländischen Assen auf dem Programm, wo Marco Bezzecchi ein zehnter Platz ganz sicher reichen würde, um zu seinem zweiten Heimspiel, wie er den GP in Hohenstein-Ernstthal bezeichnet, als Meisterschaftsführender anzureisen.

 

Im gleichen Rennen wurde das bayerische Clubmitglied beim AMC Sachsenring, Philipp Öttl, bei nur 17 Zielankömmlingen enttäuschender 16. In der Moto2-Klasse verfehlte Marcel Schrötter, ebenfalls aus Bayern, mit Platz vier seine erste Podestplatzierung denkbar knapp.