Mehr Diskussionskultur im Internet

Debatte Jan Hippold war beim "Facebook" gefordert

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Jan Hippold. Foto: Markus Pfeifer

In der Politik wird häufig debattiert, das weiß Jan Hippold (42) aus Limbach-Oberfrohna nur zu gut. Doch hier gibt es eine Diskussionskultur und Regeln, an die sich Alle halten. Im Internet geht es dagegen oftmals ziemlich rau zu. Das musste der Landtagsabgeordnete kürzlich bei einer Debatte um die Wölfe in Sachsen miterleben. Er hatte im sozialen Netzwerk "Facebook" einen Zeitungsbeitrag geteilt, der davon berichtet, dass sich Hippold dafür ausspricht, dass Möglichkeiten gefunden werden müssen, etwas gegen auffällige Wölfe in Ostsachsen zu tun. "Tierhalter haben dort mittlerweile große Probleme", sagt Hippold, der es auch als riskant betrachtet, wenn Wölfe die Scheu gegenüber Menschen verlieren und nachts in Dörfern unterwegs sind. Deshalb macht er sich für eine freistaatsübergreifende Wolfsresolution stark.

Dass das Thema Wolf durchaus umstritten ist, war dem Politiker durchaus bewusst, doch er stellte sich den Debatten, die aber längst nicht immer so geführt wurden, wie man sich das in einer Demokratie erhofft. Insgesamt 834 Kommentare sammelten sich und Hippold versuchte, auf viele davon einzugehen. "Es gab aber etliche Leute, da hat man gemerkt, dass es sich nicht lohnt", stellt er fest, betont aber, dass es ihm wichtig ist, klar zu sagen, wofür er steht.

Neben Meinungsäußerungen bei denen Tonlage und Grammatik zu denken gab, waren auch Dinge zu lesen, die rechtlich bedenklich waren. "Ich musste auch Beiträge löschen, obwohl ich kein Freund davon bin", sagt Hippold. Er hofft nun, dass sich perspektivisch Wege finden, die sachgerechte Diskussionen mit fachlichen Argumenten, aber eben auch gewissen Regel oder einem Codex möglich machen.

Gerade im Bereich der Bildungspolitik sieht er im Zusammenhang mit dem Internet Herausforderungen. Themen wie Medienkompetenz und Medienbildung sind Schlagworte. "Da sind wir dran, weil wir dort besser werden müssen", betont der Landtagsabgeordnete der CDU, der die Digitalisierung insgesamt mehr zum Thema machen will. Denn in Wirtschaft und Verwaltung ist sie gleichermaßen wichtig, wie wenn es um die Übermittlung von Informationen geht. Wo diese herkommen, wie sie sich entwickeln und welche Interessen dahinter stehen können, müsse mehr beleuchtet werden.