Mehr Geld für 710 Zwickauer Dachdecker

Handwerk Neues Lohn-Minimum seit Beginn des Jahres

Zwickau. 

Zwickau. Für die Arbeit auf dem Dach gibt es seit Januar mehr Geld: Für die 710 Dachdecker im Kreis Zwickau gilt seit Jahresbeginn ein neues Lohn-Minimum. Der Gesellenmindestlohn für die Branche stiegt um insgesamt drei Prozent.

Wichtiges Signal für das Handwerk

Damit kommen Dachdecker auf einen Stundenlohn von mindestens 13,60 Euro. Das macht am Monatsende rund 70 Euro mehr im Portemonnaie. Anfang 2021 sollen die Verdienste erneut steigen, auf dann 14,10 Euro pro Stunde. Das teilte die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Südwestsachsen mit. Die Gewerkschaft spricht von einem "wichtigen Signal" für das Handwerk.

"Viele Dachdeckerbetriebe haben mit dem Facharbeitermangel zu kämpfen. Höhere Löhne sind ein entscheidender Beitrag, um die harte körperliche Arbeit attraktiver zu machen", erklärte IG Bau-Bezirksvorsitzender Andreas Herrmann. Messlatte für Fachkräfte bleibe aber der Tariflohn.

Höhere Stundenlöhne für Ungelernte

Der liegt aktuell bei 19,12 Euro pro Stunde. "Darunter sollte keiner arbeiten gehen, der sein Fach gelernt hat und Tag für Tag gute Arbeit macht", sagte Herrmann. Anspruch auf die tarifliche Bezahlung haben Gewerkschaftsmitglieder, deren Firma Mitglied in der Dachdeckerinnung ist. Zum Januar erhöhte sich auch der Mindestlohn für einfache Hilfsarbeiten. Ungelernte kommen jetzt auf einen Stundenlohn von mindestens 12,40 Euro, so die IG Bau.

Forderung von mindestens 12 Euro

Im Landkreis sollten auch die Beschäftigten in Fast-Food-Restaurants mehr Geld bekommen. Das fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). "Die Mitarbeiter stehen rund um die Uhr an der Fritteuse oder an der Verkaufstheke - bekommen dafür aber meist nur den Mindestlohn von 9,35 Euro pro Stunde", kritisierte Volkmar Heinrich von der NGG. Die Gewerkschaft verlangt "armutsfeste Löhne" von mindestens 12 Euro pro Stunde.