Menschen mit Handicap haben eine Chance

Auszeichnung Unternehmen aus Crimmitschau bekommt den Annedore-Leber-Preis

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Lucas Schumann (rechts) und Daniel Palm (links) betreuen bei Schär-Tools den Webshop. Bildmitte: Björn Gollenbeck. Foto: Michel

Crimmitschau. Das Engagement der Firma Schär Werkzeug-Maschinenhandel und Industriebedarf aus Crimmitschau bei der Eingliederung von jungen Menschen mit Behinderung wird mit einer Auszeichnung belohnt. Die Verantwortlichen des Unternehmens nahmen vor wenigen Tagen in Berlin den Annedore-Leber-Preis in Empfang. Die Auszeichnung ging damit erstmals an einen Betrieb aus Sachsen.

"Bei der Bildung eines Teams ist es nicht entscheidend das alle Teammitglieder sämtliche Anforderungen zu einhundert Prozent beherrschen. Vielmehr haben wir versucht, Teammitglieder zu gewinnen, die einzelnen Aufgaben, die wir im Unternehmen haben, besonders gerecht werden oder das Potenzial haben, diese in der Zukunft in besonderer Weise zu beherrschen", sagt Björn Gollenbeck, der sich um das Rechnungswesen und die Personalentwicklung kümmert.

Inklusion ist keine Frage der Firmengröße

Zum zehnköpfigen Team gehören zwei Menschen mit einer Behinderung: Daniel Palm, dem ein Organ fehlt, hat im März 2017 als Lagerist angefangen und kümmert sich mittlerweile um den Webshop. Lucas Schumann, der nach einer Tumoroperation gehandicapt ist, absolviert seit September 2017 eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Das Unternehmen aus Crimmitschau wurde von der Industrie- und Handelskammer für den Annedore-Leber-Preis vorgeschlagen.

Die Laudatorin Sabine Bangert sagte: "Die Firma Schär Werkzeug-Maschinenhandel und Industriebedarf beweist: Inklusion ist keine Frage der Firmengröße, sondern der Einstellung. Augenhöhe gilt hier als bestimmendes Prinzip. Es wird weder an Zeit, noch an Kraft und Geduld für das gemeinsame Ziel gespart."

Insgesamt haben sich neun Unternehmen, Organisationen und Projektträger um den Annedore-Leber-Preis beworben. Damit wird an die Publizistin, Verlegerin und Politikerin Annedore Leber (1904-1968) erinnert. Sie setzte sich für junge Menschen ein, die unter der Arbeitslosigkeit nach dem Krieg litten. Seit 1979 trägt ein Berufsbildungswerk ihren Namen.