"Menschenrecht in die Tat umsetzen"

Auftakt Aktion "Brot für die Welt" wurde in Werdau gestartet

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Sachsens Diakonie-Chef Christian Schönfeld (2. von rechts) eröffnete in Werdau "Brot für die Welt" für den Freistaat. Foto: Thomas Michel

Werdau. Wie schwer es ist, auf einem kleinen Stuhl sitzend von einer großen und reich gedeckten Festtafel etwas abzubekommen, konnten die Besucher der Werdauer Marienkirche am 1. Adventssonntag selbst ausprobieren.

Symbolische Darstellung der Ungerechtigkeit

Im Vorraum der Kirche waren ein entsprechender Tisch sowie die dazugehörigen Stühle aufgestellt und bildeten den Mittelpunkt einer kleinen Ausstellung zum diesjährigen Start der vom evangelischen Hilfswerk organisierten Aktion "Brot für die Welt" in Sachsen. "Die unterschiedlich großen Stühle symbolisieren reiche und arme Länder und den ungerecht verteilten Zugang zur Nahrung", erklärte mit Christian Schönfeld der Vorstandsvorsitzende der Diakonie des Freistaates und lud interessierte Besucher zu einer "Sitzprobe" ein. Dabei achtete der Oberkirchenrat darauf, dass er selbst nicht auf dem größten Stuhl - auf dem stand bezeichnenderweise Deutschland - zum Sitzen kam.

Sauberes Wasser als Grundrecht durchsetzen

Christian Schönfeld hielt zuvor im Eröffnungsgottesdienst der zum 59. Mal in Deutschland stattfindenden die Predigt. "Für uns in Sachsen ist frisches und sauberes Leitungswasser eine völlig normale Angelegenheit, in Kenia beispielsweise sieht das schon ganz anders aus", betonte er und machte für die ungleichmäßige Verteilung der Nahrung und Wasser in den ärmeren Ländern die dortigen Machthaber verantwortlich. "Aber sauberes Wasser und die sanitäre Grundversorgung wurde schon 2010 von den Vereinten Nationen als Menschenrecht anerkannt, mit unserer Aktion wollen wir das in die Tat umsetzen", sagte Christian Schönfeld, der aber dennoch realistisch bleiben wollte: Die Spenden aus "Brot für die Welt" seien nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Drei Tage vor dem "Brot für die Welt"-Start begann in Sachsen auch die von der Bäckerinnung unterstützte Spendenaktion "Stollenpfennig".