Mit der Puppenbühne groß geworden

Vorgestellt Ingrid Toepel gehört einer alten Marionettenspieler-Dynastie an

Das Puppentheater feiert mit einer Festwoche sein 60-Jähriges in Zwickau. Von Anfang an begleitet Ingrid Toepel, die Tochter der Gründer des Zwickauer Puppentheaters, den Werdegang der Einrichtung. "Ich war zur Geburt des Zwickauer Puppentheaters dabei und bin mit ihm groß geworden", sagt die studierte Puppenspielerin. Ihre Mutter, Susanne Holzapfel, geborene Listner, entstammt einer traditionsreichen Marionettenspielerfamilie. Ein Vorfahr hat nachweislich 1815 als erster Listner die Konzession für ein eigenes Marionettentheater erhalten. Vermutlich aber begann die Dynastie schon zwei Generationen zuvor. Susanne Listner, Schauspielerin und Soubrette, und Heinz Holzapfel, Bühnenbildner und Schauspieler, hatten sich an den Landesbühnen Hannover kennengelernt. 1952 kamen sie auf Einladung des Oberbürgermeisters nach Zwickau und läuteten damit die Geburtsstunde der Puppenbühne ein. Eröffnet wurde das Theater am 1. September 1952 im großen Saal der Stadtbücherei am Dr.-Friedrichs-Ring, der mit 200 Plätzen ausgestattet wurde, mit der "Regentrude". "Solange die Puppenbühne zum Rat der Stadt gehörte, war mein Vater glücklich. Er konnte experimentieren, schrieb Puppentheater gerechte Stücke", erinnert sich Ingrid Töpel, die 1943 in Chemnitz zur Welt kam. Ab 1966 arbeitete ihr Vater als Leiter eines Puppenspielzirkels und die Mutter als Leiterin eines Rezitationszirkels mit Klavierspiel und Gesang. Sie selbst arbeitete bis zur Wende als Rezitatorin und leitete Kinderzirkel.