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Mit Graffiti gegen Rassismus

Festival Kreative Köpfe wollen "Paradiesfabrik" aufbauen

Ein wenig fasziniert steht Rico Gruner vor der vormals grauen Mauer im Hof der alten Matratzenfabrik an der Zwickauer Mulde-Promenade. Sein Werk, ein riesiges rotes Herz scheint ihm gut zu gefallen. Und das, obwohl der 34-Jährige als freischaffender Künstler mit seinen eigentlichen Bildern ganz andere Ambitionen hat. Der Zwickauer gehört zu den Mitinitiatoren des Festivals, das am 1. Mai mit Graffiti-Sprühen, Kunstmarkt, Diskussionsrunde und einem Konzert die alten Mauern der Industriebrache belebte. Gemeinsam mit dem Verein Roter Baum sowie dem Architekten und Projekt-Initiator Sebastian Kriegsmann stellten 40 Freiwillige das Festival im Rahmen der "Tage der Demokratie und Toleranz" auf die Beine. Das hieß im Vorfeld, das Gelände von etwa 16.500 Quadratmeter mit der Handsense zu bereinigen. Der Aufwand hat sich gelohnt, denn allein 82 Graffiti-Künstler aus ganz Deutschland und Weißrussland sorgten dafür, dass mit ihren "gesprühten Botschaften" der vielleicht zukünftige Name des alten Gemäuers als "Paradiesfabrik" Wirklichkeit wird. Dabei hofft Rico: "Es wäre schön, wenn hier kreative Köpfe mit Kunst und Kultur frischen Wind ins alte Fabrikgemäuer bringen würden. Ideen haben wir schon viele. So könnten im Außenbereich eventuell Hochbeete und Skulpturen entstehen und Open-Airs stattfinden." Immerhin haben die mehr als 550 Besucher am Donnerstag gezeigt, dass großes Interesse besteht. Vor allem die Graffiti-Kunst kam gut an. "Graffiti hat sich in den letzten Jahren weiterentwickelt und ist meist mehr als nur Schmiererei", weiß Rico Gruner. "Illegale Graffiti wird nie ganz verschwinden, doch wenn man legal Wände zur Verfügung stellt, dann könnte sie eingedämmt werden."