Mord beim Ärzteball - Eva Fürst erzählt

Literatur Claudia Puhlfürst überrascht mit skurrilen Geschichten

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Claudia Puhlfürst bei ihren Vorträgen um ungeklärte Morde. Foto: Ralph Koehler/propicture

Zwickau. Die Zwickauerin Claudia Puhlfürst bezeichnet sich selbst als kriminelle Schreibtisch-Täterin. Die Herrin von "Ungeheuer" und "Sensenmann" ist Verlegerin und Geschäftsführerin des Buchvolk-Verlages. Sie schreibt Thriller und Bücher über wahre Verbrechen, gibt Anthologien heraus, verfasst Fachliteratur, organisiert die Ostdeutschen Krimitage und gibt sich manchmal als "Eva Fürst" aus.

Für ihre Bücher mit authentischen Fällen hat sie mit führenden Rechtsmedizinern zusammengearbeitet. Einer Zwickauer Ärztefamilie entstammend entschied sie sich zwar gegen den Beruf ihrer Eltern, behielt dennoch das Interesse an medizinischen Themen. Die diplomierte Biologie- und Chemielehrerin, die 2002 ihren ersten Krimi schrieb, referierte am vergangenen Samstag vor der bestens aufgelegten Ärzteschaft, die sich nicht im weißen Kittel, sondern in Abendrobe und Smoking im Ball- und Konzertsaal "Neue Welt" beim 11. Zwickauer Ärzteball eingefunden hatte.

Hohe Dunkelziffer bei den Delikten

Für das Thema "Forensische Geschichten: Zwischen Fiktion und Realität" behandelte Puhlfürst Fragen wie: Existiert der perfekte Mord? Oder: Woher kommt die Dunkelziffer unentdeckter Morde? Dabei warf sie an die Leinwand das Zitat "Wenn auf den Gräbern aller, die ermordet wurden, Kerzen brennen würden, wären unsere Friedhöfe nachts hell erleuchtet."

Die Dunkelziffer komme daher, dass in Deutschland viel weniger als in den Ländern obduziert wird, und es damit offiziell nur 20 Tötungsdelikte auf 10.000 Tote gibt. "Es werden immer mehr Institute für Rechtsmedizin geschlossen und Mittel gekürzt", sagte sie zum Hintergrund. Für Heiterkeit sorgten einige Beispiele, die sie im Büchlein "Diagnose Mord - Skurriles für Mediziner und ihre Fans" zusammen mit Ralf Alex Fichter extra für den Ärzteball zusammengetragen hat.