Mozarts Requiem erklingt am Sonntag im Zwickauer Dom

Konzert Mythen und Legenden begleiten das Werk bereits seit 1791 - Zuvor erklingt die ebenfalls bekannte Haffner-Sinfonie

Zwickau. 

Zwickau. Das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart wird am Sonntag im Zwickauer Dom St. Marien aufgeführt. Davor erklingt die ebenfalls bekannte Haffner-Sinfonie des gleichen Komponisten. Ausführende sind: Daniela Haase (Sopran), Roksolana Chraniuk (Alt), Sebastian Reim (Tenor), Georg Streube (Bass), Domchor St. Marien Zwickau undClara-Schumann-Philharmoniker Plauen-Zwickau unter Leitung von Henk Galenkamp. "Kaum ein anderes Werk ist so umrankt von Mythen und Legenden wie das Requiem von Mozart", sagt Kirchenmusikdirektor Henk Galenkamp: "Ein anonymer Auftraggeber, Mozarts Krankheit und Tod, Vertuschung und Plagiat, unsterbliche Musik, auf dem Höhepunkt Mozarts Schaffens, ein Auftragswerk in Wirklichkeit ein Requiem für sich selbst. Das alles gipfelt in dem Hollywood-Film ,Amadeus' aus dem Jahr 1984. Darin lehnt der todkranke Komponist schweißgebadet im Bett und diktiert seine geniale Musik - ausgerechnet dem Mann, der sein Werk und sein Leben rauben will. Als Mozart in dem Film das Notenblatt an sich reißt, stimmt ein Chor in seinem Kopf das ,Confutatis maledictis' an. Das Requiem wird Teil der Mozart-Legende." Die Mythen wuchern seit dem Jahr 1791, als der 35-jährige Mozart mitten in der Arbeit an der Totenmesse starb. Wer hat es in Auftrag gegeben? Bekannt war lange nur, dass ein mysteriöser Bote den anonym verfassten Wunsch nach einer Totenmesse an Mozarts Frau Constanze übergeben hatte. Dahinter steckte Graf Walsegg. Der sonderliche Adelige aus Niederösterreich gab häufiger Stücke fremder Komponisten als seine eigenen aus, die plagiierte Totenmesse wollte er seiner verstorbenen Frau widmen. Constanze ließ das Werk nach dem Tod ihres Mannes komplettieren, um die zweite Hälfte des Honorars nicht zu verlieren. Es war nicht Salieri, sondern Franz Xaver Süßmayr, Schüler von Salieri wie von Mozart, der das Werk vollendete, sagte Henk Galenkamp. Beim Komponieren solch umfangreicher Werke hatte Mozart die gesamte Komposition fertig im Kopf, bevor er alles aufs Papier brachte. Zunächst schrieb er die wichtigsten Stimmen nieder, beim Requiem die Chorstimmen, den Bass und die wesentlichen Instrumentalstimmen. Erst danach füllte er die leer gebliebenen Stellen vollständig aus. Diese Arbeiten musste Mozart abbrechen, denn er erkrankte ganz überraschend und starb in der Nacht zum 5. Dezember 1791. Süßmayr griff auf Ideen und Skizzen Mozarts zurück, denn es lag ihm daran, das Werk im Sinne Mozarts zu vollenden. Dazu fühlte er sich durchaus berechtigt, denn angeblich hatte er noch mit Mozart die Sätze "durchgespielt, und gesungen", sie hätten "die Ausarbeitung dieses Werkes sehr oft besprochen", wobei Mozart ihm auch "den Gang und die Gründe seiner Instrumentierung mitgeteilt hatte."

Eintrittskarten für die Aufführung am 10. November, 17 Uhr im Dom St. Marien gibt es in den Freie-Presse-Shops, beim Theater-Ticketservice sowie im Zwickauer Dom. Restkarten sind an der Abendkasse erhältlich.