Nach tragischem Baby-Mord: Eine Stadt in Trauer

Polizei Anwohner finden sich spontan zur Trauerfeier zusammen

Spontane Trauerfeier für das tote Kind. Foto: Nicole Schwalbe

Wilkau-Haßlau. "Es war ein großer Schock für unsere Stadt, als man den Jungen fand", sagte Bürgermeister Stefan Feustel. Am Freitagmorgen hatte ein Bauer beim Mähen seiner Wiese am Feldweg in Culitzsch die Leiche eines neugeborenen Säuglings in einem Müllsack gefunden.

Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge handelt es sich hier definitiv um ein Tötungsdelikt, welches 3 bis 4 Wochen zurückliegt.

Es gibt doch andere Möglichkeiten als so eine grausame Tat

"Einem jungen Menschen wurde das Gastrecht auf Erden verweigert. Ein Kind, das noch nicht einmal einen Namen hat, hatte keine Chance auf ein Leben", bedauerte Pfarrer Lars Schimpke bei der spontan durchgeführten Trauerbekundung auf dem Alten Marktplatz, zu der etwa 50 Anwohner gekommen waren, um Grablichter für den toten Jungen aufzustellen.

Auch der Bürgermeister merkte an, dass es heutzutage so viele Möglichkeiten gibt, um ein Neugeborenes unbeschadet in Obhut zu übergeben. Die Babyklappe ist dabei nur eines von mehreren Optionen.

"Wir wissen nichts zu den Hintergründen der Tag, nichts von der etwaigen Verzweiflung der Mutter, es gibt viele offene Fragen und diese Ungewissheit ist unerträglich", sagte Pfarrer Schimpke. Sobald der Ermittlungszustand es zulässt, wurde in den Raum gestellt, dass es sowohl eine Namensgebung für den Jungen als auch eine zeremonielle Trauerfeier geben wird.