Nachtsanatorium wird abgerissen

Abriss Baulicher Verfall des Gebäudes in Zwickau nicht mehr aufzuhalten

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Die Tage des Nachtsanatoriums sind gezählt. Noch in diesem Jahr soll der Abriss erfolgen. Foto: Andreas Wohland

Zwickau. Die Tage des einstigen Nachtsanatoriums an der Freitagstraße sind gezählt. Noch in diesem Jahr soll der Gebäudekomplex abgerissen werden. 1992 gingen dort die Lichter aus - der Anfang vom Ende. Keine Nachnutzung, dafür mehr und mehr Verfall und Vandalismus. Inzwischen befinden sich überall im Dach große Löcher, durch die Feuchtigkeit eindringt und weitere Schäden verursacht. Kaum eine Fensterscheibe ist noch heil, Holzkonstruktionen sind verfault und überall liegt Müll herum.

Abriss steht schon länger fest

Spätestens seit 2010 stand fest, dass das Nachtsanatorium, das der Stadt Zwickau gehört, über kurz oder lang verschwinden würde. Allerdings läuft der Abbruch unter der Regie des sächsischen Oberbergamtes. "Wir gehen davon aus, dass die Arbeiten Mitte des Jahres anlaufen. Der Abriss wird auf Grundlage der existierenden Vorplanung etwa 400.000 Euro kosten und durch das Sächsische Oberbergamt getragen", sagte Oberberghauptmann Professor Bernhard Cramer.

Ist das Grundstück beräumt, soll es als Ausgleichsfläche für den Naturschutz dienen. Deshalb bleiben sowohl der Keller, als auch die Zisterne erhalten und werden zu Fledermausquartieren umfunktioniert.

Wozu wurde es früher genutzt?

Das ehemalige Nachtsanatorium mit seinem markanten Turmaufsatz gehört zu den Hinterlassenschaften der jüngeren Zwickauer Bergbaugeschichte. Errichtet wurde das Gebäude schon Ende der 1930er Jahre. 1954 erfolgten die Erweiterung und der Umbau zum Nachtsanatorium mit einer Kapazität von bis zu 125 Betten.

Bergleute konnten sich dort vor und nach getaner Arbeit zwei bis vier Wochen lang medizinisch betreuen lassen. Angeboten wurden unter anderem Massagen, Physiotherapien und Inhalationen. Nach dem Ende Bergbaus waren dort noch eine Zeitlang Nachfolgebetriebe untergebracht.