Nächste Brache verschwindet

Abriss Werdau erwirbt ehemalige Tuchfabrik

Aller guten Dinge sind drei. Das Sprichwort trifft in Werdau auf den Abriss von Industriebrachen zu. Nachdem der Komplex an der Bahnhofstraße schon aus dem Stadtbild verschwunden ist und sich der Abriss des alten Reißfaserwerkes in Vorbereitung befindet, wird nun das nächste Projekt ins Visier genommen: Der Abriss der ehemaligen Tuchfabrik Bäßler und Ulrich am Platz der Solidarität. Der Stadtrat hat in der letzten Woche - mit 22 Ja-Stimmen und 3 Enthaltungen - dem Kauf der Immobilie zugestimmt. Dafür muss die Stadt einen Betrag von 70.000 Euro an ein Unternehmen aus Limbach-Oberfrohna überweisen. Oberbürgermeister Stefan Czarnecki (CDU) hat zur Sitzung des Stadtrates für den Erwerb des Komplexes und den Abriss die Werbetrommel gerührt. Damit könne ein Schandfleck aus dem Stadtbild entfernt werden. Zudem würde die Möglichkeit zur Schaffung von Retentionsflächen für die Verbesserung des Hochwasserschutzes bestehen. Langfristig sei denkbar, dass das Areal für den Bau von Einfamilienhäusern genutzt werden kann.

Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. Nachdem die Stadt als Eigentümerin der ehemaligen Tuchfabrik in das Grundbuch eingetragen ist, sollen zunächst die Kosten für den Abriss und die Entsorgung von möglichen Altlasten ermittelt werden. In den letzten Untersuchungen, die aus dem Jahr 2008 stammen, wird der Finanzbedarf auf rund 660.000 Euro beziffert. Die Verantwortlichen im Rathaus gehen davon aus, dass sie 90 Prozent der Abbruchkosten gefördert bekommen. Die Mittel sollen zum Großteil aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) kommen.