Nächtlicher Brückenbau am VW Werk Zwickau

Brücke Verkehrsknotenpunkt der B 175 nimmt Form an

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In der Nacht zum Samstag wurden am neuen Verkehrsknotenpunkt B174 Volkswagenwerk die ersten sechs Brückenteile verlegt.Foto: Ralph Koehler/propicture

Zwickau. Auf der Bahnstrecke bei Mosel herrschte vor wenigen Tagen für mehrere Stunden Stillstand in der Nacht. Kein Zug fuhr. Dafür war vor Ort allerlei Action im Gange. Der derzeit in der Entstehung befindliche neue Verkehrsknotenpunkt am VW Werk Zwickau an der B175 erhielt erste Brückenteile: Insgesamt sechs Träger wurden auf speziellen Tiefladern angeliefert und passgerecht aufgesetzt.

Eine Stunde pro Stahlträger

Ein 500 Tonnen Kran wurde extra dafür in Stellung gebracht. Die Bauteile bilden einmal den neuen Verkehrsknoten. Die Verantwortlichen wählten für diese Arbeiten die Abendstunden, um den Bahnverkehr so wenig wie möglich zu stören. Nachdem die Bahn gegen 20.15 Uhr grünes Licht gegeben und auch die Abschaltung des Stromes bestätigt hatte, konnten die etwa 50 Tonnen schweren Träger aus dem Stahlwerk in Niesky abheben.

Die Träger bestehen aus 60 Prozent Stahl und 40 Prozent Beton. Das Team der Firma Bickardt Bau hatte für einen Träger je eine Stunde veranschlagt. Um 22.30 Uhr lag der zweite Träger. Für die unter Flutlicht arbeitenden Brückenbauer wurde die Nacht lang. Weitere Teams nutzten entlang der Bahnstrecke die Abschaltung, um die Böschung von allen Bäumen zu befreien.

Eine Investition von 18 Millionen Euro

Bereits im Herbst sollen die ersten Fahrzeuge über die neue Brücke fahren. Hauptsächlich sind Mitarbeiter von VW und GKN, welche am Standort arbeiten, eingesetzt. Der Ausbau der B 175 ist ein seit Jahren beschlossenes Vorhaben. Der Bund und VW investieren rund 17 Millionen Euro in den Bau, die Stadt Zwickau zahlt mehr als eine Million Euro dazu.

Mit dem Abschluss der Bauarbeiten ist auch geplant, die Zufahrten zum VW-Werk und zu GKN-Driveline neu zu organisieren. Der Verkehrsknotenpunkt nimmt inzwischen schon deutlich Gestalt an. Darüber hinaus soll die Bundesstraße noch auf einer Länge von einem Kilometer vierspurig ausgebaut werden, um dem verstärkten Zulieferverkehr zu entsprechen und den Verkehrsfluss durchlässiger zu gestalten.