Neu schneidern statt einfach wegwerfen

Kreativität Schneidermeisterin liebt, was sie tut

neu-schneidern-statt-einfach-wegwerfen
Sylke Berger macht aus alten Klamotten neue Mode. _Foto: Nicole Schwalbe

Wilkau-Haßlau . "Ich wollte immer etwas Kreatives machen", erzählt Sylke Berger, die vor einigen Jahren ihre Firma "Unicata" gründete. Anfang der 80er Jahre machte sie eine Schneiderlehre, kurz vor der Wende ihren Meister. "Mit der Wiedervereinigung brach die Textilindustrie hier ohne Vorwarnung weg", erinnert sich die Schneidermeisterin. Lange überlegte sie, was sie aus ihrer Berufung machen sollte. "Die Menschen schmeißen so viel Kleidung weg, dabei kann man aus den Textilien ganz tolle Sachen zaubern", so Berger. In ihrem kleinen, gemütlichen Atelier stehen alte, fast schon antike Nähmaschinen, mit denen die Schneidermeisterin aus alten Kleidungsstücken neue Röcke, Hosen, Jacken und auch Kissen näht.

"Man kann mit Stoffresten bunte Applikationen herstellen und selbst Weihnachtsdeko kreieren." Dabei muss man mit keinem Trend gehen, man kann die Trends selbst setzen. "Im Jahr fallen in Deutschland 100.000 Tonnen Textilmüll an", bedauert die Inhaberin von Unicata. Viele Menschen sind dazu übergegangen, ihr alte, aussortierte Textilien zu bringen. Alles kann sie nicht verwenden, aber eines hat bei ihr immer Platz: Kreativität. "Ich habe diese gelbe Jeans bekommen. Sie war kaputt. Mit ein paar selbst gemachten Applikationen entsteht daraus ein Rock", sagt Berger. Dabei weiß die Designerin vorher nie, was aus den alten Stücken entsteht. Sie lässt sich einfach treiben. Genau das wird auch deutlich an ihren Werken: sie liebt, was sie tut.