Neue Nutzung für alten Bahnhof geplant

Projekt Arztpraxen und Gewerbetreibende sollen einziehen

Der Schaffner hat - zumindest für wenige Stunden - seinen Arbeitsplatz wieder in den Bahnhof in Crimmitschau verlegt: Helge Klemm, Mitarbeiter der Stadt-Information, begrüßte die Besucher des Wirtschaftstreffs in der vergangenen Woche in der passenden Uniform. Die Organisatoren von der Werbegemeinschaft und dem Interessenverband der Selbstständigen hatten den leerstehenden Komplex mit viel Liebe zum Detail dekoriert. Die Besucher konnten sich unter anderem Soljanka aus dem passenden DDR-Geschirr schmecken lassen.

Nachdem der Wirtschaftstreff in den vergangenen Jahren im Schloss in Blankenhain und am Kloster in Frankenhausen stattfand, haben sich Oberbürgermeister Holm Günther (Für Crimmitschau) und Wirtschafsförderin Andrea Beres nun bewusst für den Umzug in den Bahnhof entschieden. Sie haben die rund 70 Vertreter aus Unternehmen über die Pläne zur Schaffung des Gesundheitsbahnhofs informiert. In das Gebäude sollen einmal Arztpraxen und Gewerbetreibende einziehen. Dabei steht eine Grundfläche von rund 1500 Quadratmetern zur Verfügung. Für rund 80 Prozent der Fläche wurden bereits Vorverträge mit potenziellen Mietern unterschrieben.

Die schwierigste Aufgabe: Die Stadt befindet sich weiter auf der Suche nach einem Investor, der das Projekt finanzieren und umsetzen kann. Mit Aussagen, bis wann der Partner gefunden sein soll, halten sich die Verantwortlichen aus dem Rathaus mittlerweile zurück. Der Grund: Sie mussten ihre Zeitangaben in der Vergangenheit mehrfach korrigieren. "Wenn wir uns in ein zeitliches Korsett pressen lassen, müssen wir es irgendwann sprengen", sagt Holm Günther.

Bei der Investorensuche soll auch die Stadtentwicklungsgesellschaft aus Dresden in Form von Projektmanager Andreas Worbs helfen. "Mit den vielen Vorarbeiten, die nun geleistet werden, zeigen wir den Interessenten, dass der Gesundheitsbahnhof tragfähig ist", beschreibt Worbs seine Aufgabe. Dabei führt er viele positive Aspekte für den Standort ins Feld. Dazu gehören aus seiner Sicht neben dem vorhandenen Ankermieter mit seinen Arztpraxen auch die günstige Verkehrsanbindung und die bauliche Instandsetzung des Dachs durch die Stadt.