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NSU: Zwickauer begrüßen den Richterspruch

NSU Beate Zschäpe zu lebenslänglicher Haft verurteilt

Zwickau. 

Zwickau. Das Urteil im NSU-Prozess ist gefällt. Das Münchner Oberlandesgericht gab am Mittwoch nach fünf Jahren Verhandlung das Urteil gegen fünf Angeklagte bekannt. Am Abend des 11. Juli hatten sich zahlreiche Zwickauer auf dem Hauptmarkt versammelt, gedachten der Opfer mit verschiedenen Aktionen und diskutierten.

Den Angeklagten war nachgewiesen worden, an den Morden des sogenannten nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) beteiligt gewesen zu sein. Neben der lebenslangen Haftstrafe für die Hauptangeklagte Beate Zschäpe wurde deren besondere Schwere der Schuld festgestellt. Damit ist eine vorzeitige Entlassung so gut wie ausgeschlossen.

"Kein Schlussstrich für Aufklärungsarbeit"

DGB Regionsgeschäftsführer Ralf Hron erinnerte an die besondere Verantwortung der Gesellschaft in Zwickau und in ganz Sachsen. Hron erklärte abschließend: "Die Ergebnisse des Verfahrens sind ein wichtiger Baustein im Umgang der Demokratie mit den Verbrechen des NSU. Der Urteilsspruch aber kann nicht den Schlussstrich unter die Aufklärung bedeuten. Bis heute ist das Unterstützernetzwerk nicht genügend ausgeleuchtet."

Er meinte, es sei enttäuschend, wie sich Behörden bei der Aufklärung blockierend, verschleppend, in jedem Fall unzureichend beteiligt haben. Er erinnert daran, dass die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, Angela Merkel, ihr Wort zur umfassenden Aufklärung gegenüber den Opfern gegeben hat.

Die Erfüllung dieses Versprechens stehe nach seiner Meinung noch aus. Manuela Hocke (48) zündete eine Kerze an und reihte sich bei den Gedenkenden ein: "Ich habe in der Nähe des Wohnhauses des Trios in Zwickau gewohnt. Das Menschen in der heutigen Zeit so etwas tun können, einfach Unschuldige ermorden, das ist unfassbar und entsetzlich!" Die Umstehenden nickten beipflichtend.



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