Oberlungwitz: Müllentsorgung könnte mehr als 1 Million Euro kosten

Müll Landkreis strebt Ersatzvornahme an

Oberlungwitz. 

Oberlungwitz. Der Müll auf dem Gelände einer früheren Färberei in Oberlungwitz ist seit Jahren ein Ärgernis. Nun gibt es aber etwas mehr Hoffnung, dass der Unrat beseitigt wird. Nachdem der Besitzer der Flächen nicht auf die abfallrechtliche Anordnung zur fachgerechten Entsorgung reagierte und die Frist bis Ende April verstreichen ließ, nannte das Landratsamt nun die nächsten Schritte.

Betreiber kümmert sich nicht um Entsorgung

"Sofern die Entsorgung der Müllablagerungen in Oberlungwitz auf dem Gelände der früheren Färberei durch den Verpflichteten nicht erfolgt, werden die Maßnahmen der Verwaltungsvollstreckung umgesetzt", heißt es aus dem Umweltamt. Dafür ist allerdings ein Ausschreibungsverfahren nötig, weshalb ein Maßnahmenbeginn nicht vor Jahresende realistisch sei.

Die Entsorgungskosten hatten Experten schon einmal auf etwa 1,1 Millionen Euro geschätzt. Ein Grund für den hohen Preis ist, dass es sich bei den etwa 7000 Kubikmetern Müll um gemischte Abfälle und Bauschutt handelt. Dachpappe, Reifen und Elektroschrott sind unter anderem auf der Deponie, die ein Containerdienst offiziell nur als Zwischenlager betrieb, zu sehen. Die Firma ging in Insolvenz. Der Betreiber wurde 2014 zwar zu einer Bewährungsstrafe verurteilt und sollte den Müll entsorgen, doch passiert ist nicht.

Es besteht weiterhin Brandgefahr

Im vergangenen Dezember hatte es auf der Deponie gebrannt. "Das kann jederzeit wieder passieren", warnt der Oberlungwitzer Wehrleiter Nicky Reichel. Da unklar ist, was alles abgelagert wurde, und auch einige ominöse Fässer auf dem Gelände stehen, könne das schnell gefährlich werden. Wohngebäude, unter anderem die Siedlung an der Pestalozzistraße, sind nur einen Steinwurf entfernt. Zudem ist das Areal für die Feuerwehr schwer zugänglich. Löcher in Zaun und Mauer gibt es allerdings, so dass auch schon Kinder auf der Fläche unterwegs waren. Deshalb kündigte nun auch die Stadtverwaltung Maßnahmen an.