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Ortseingangsschilder von Mülsen St. Micheln erstrahlen in neuem Glanz

Empfang Begrüßung durch Schicke Schilder

Mülsen St. Micheln. 

Mülsen St. Micheln. Neben den beiden offiziellen Ortstafeln hat Mülsen St. Micheln noch zwei zusätzliche Ortseingangsschilder. Im vergangenen Jahr mussten diese demontiert werden, aufgrund von Witterungseinflüssen waren sie verschlissen. Mithilfe regionaler Firmen ist es einem Verein aber gelungen, die Schilder zu retten.

Eine Geschichte der Erneuerung

Mülsen St. Micheln - Wer in den vergangenen Jahren in den kleinen Ortsteil im Mülsengrund fuhr, konnte es nicht übersehen: Die beiden historischen Ortseingangsschilder waren völlig verrostet. Im Dezember 2021 wurden die beiden 1,80 mal 1,70 Meter großen Ortseingangsschilder aus Stahl daraufhin demontiert und die einzelnen Buchstaben abgenommen. Anschließend wurden diese sandgestrahlt, konserviert und neu lackiert. "Die Lackierung ist an den originalen schwarzen Farbton angelehnt", erklärt Uwe Lauer vom Verein für Ortsgeschichte und Brauchtumspflege in Mülsen St. Micheln. Danach wurden auf das neu lackierte Schild die Buchstaben wieder mit neuen Schrauben montiert. Zudem wurde auch der Sockel mit neuen Blechen versehen.

Schilder mit DDR-Geschichte

Die beiden historischen Schilder wurden zwischen Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre aufgestellt. Klaus-Gerd Jahr hatte damals den Entwurf gestaltet. Der 62-Jährige erklärt, aus welchem Grund Mülsen St. Micheln zwei zusätzliche Ortseingangsschilder hat: "Die Idee für die Schilder entstand im Rahmen der Aktion 'Schöner unsere Städte und Gemeinden - Mach mit' von der Nationalen Front, einer politischen Partei in der DDR. Die Bürger sollten dazu motiviert werden, ihre Wohnorte ehrenamtlich zu verschönern."

Verschiedene Berufszweige repräsentieren

Der Gemeinderat von Mülsen St. Micheln sowie der Ortsausschuss der Nationalen Front beschlossen damals an der Aktion teilzunehmen und ihre Liebe zum Heimatort durch ein zusätzliches Ortsschild zu zeigen. Klaus-Gerd Jahr wurde damals mit dem Entwurf beauftragt, weil er Lehrer für Kunsterziehung an der Schule im Ort war. "Im Entwurf wollte ich symbolisch den Zusammenhalt unserer Dorfbewohner sowie die Bedeutung der Textilindustrie, der Landwirtschaft und des Handwerks verdeutlichen, da die meisten Bürger in diesen Branchen arbeiteten", sagt der 62-Jährige. Über verschiedene Skizzen kam er dann innerhalb von rund drei Wochen zum endgültigen Entwurf, der so akzeptiert und vom Schmiedemeister Michael Künzel umgesetzt wurde. Die Sockel für beide Schilder wurden von Matthias Müller gemauert.

Anlässlich der 600-Jahr-Feier hat die Gemeinde eine Sanierung der Schilder veranlasst und aus Traditionsgründen nun wieder an ihren ursprünglichen Standorten aufstellen lassen. Gesponsort wurden die Arbeiten von vier regionalen Firmen gesponsert.

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