Paketdiebe verurteilt

Recht Täter erhalten Bewährungs- und Geldstrafen

Hohenstein-Ernstthal. Mitarbeiter eines Paketdienstleistungsunternehmens aus dem Landkreis Zwickau haben im Frühjahr 2011 reihenweise Pakete mit Telefonen, Werkzeug, Stereoanlagen und Computern verschwinden lassen. Die Ermittler kamen den Tätern durch die Handy-Funkortung auf die Spur. In dieser Woche fand am Schöffengericht des Amtsgerichtes in Hohenstein-Ernstthal der Prozess statt. Der 26-jährige Haupttäter, der in 20 Fällen die Pakete (mit einem Gesamtwert von mehr als 10.000 Euro) verschwinden ließ, wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt. Die Kammer setzte sie für zwei Jahre auf Bewährung aus. Drei andere Männer erhielten Geldstrafen zwischen 1500 Euro und 5400 Euro. Gegen einen weiteren Angeklagten, der in einem Fall ein Handy-Paket mitgehen ließ, wurde das Verfahren gegen die Zahlung einer Geldauflage von 1000 Euro eingestellt.

Durch die Geständnisse der Angeklagten konnte ein Mammutprozess, der sich über mehrere Tage hingezogen hätte, verhindert werden. Zeugenaussagen und Ermittlungsergebnisse füllen immerhin acht dicke Aktenordner. "Ihre Gier war größer als der Verstand. Kein Mensch brauchte diese Massen an Unterhaltungselektronik", sagte Staatsanwalt Martin Bierlein. Strafrichter Manfred Weber schob nach: "Die laxen Sicherheitsvorkehrungen des Paketunternehmens und der geringe Verdienst, der gezahlt wurde, haben die Angeklagten mit zu den Straftaten verleitet". hof