Picasso-Fälschung in der Zwickauer Bibliothek?

Ausstellung Förderstudio Malerei und Grafik zeigt Arbeiten

Zwickau. 

Zwickau. Wer im 1. Stock der Zwickauer Stadtbibliothek den Korridor quert, wird vielleicht vor den dort ausgestellten Bildern stutzen: Hab ich das schon mal bei Cezanne gesehen, das sieht ja aus wie ein Kirchner und ist das ein Picasso?

Jährlich wechselnde Ausstellungen

Die Unsicherheiten klären sich spätestens durch die Bildunterschriften auf, die Namen von Malerinnen und Malern nennen, die im Förderstudio Malerei und Grafik zusammenarbeiten. Also natürlich hängen keine Originale hier, sondern Kopien künstlerischer Vorbilder aus der Kunstgeschichte wie der Moderne.

"Das Kopieren wird als didaktisches Mittel eingesetzt", erklärt Gerhard Bachmann, der Leiter des Förderstudios, der auch die viermal jährlich wechselnden Ausstellungen in der Bibliothek betreut. "Die Nachbildung als Annäherung an ein Kunstwerk unterstützt den Erwerb künstlerischer Fähigkeiten und Erkenntnisse. Man kann sich im Erfassen des zeichnerischen Gerüsts, von Komposition und Rhythmus üben und sein Farbgefühl entwickeln." In Gesprächen in der Gruppe, die jeden Samstag in der Galerie am Domhof arbeitet, werden auch kunstgeschichtliche sowie stilistische Zusammenhänge gestreift und so ist das Kopieren eines der Verfahren zur eigenen künstlerischen Vervollkommnung. Eberhard Paul, von dem mehrere Arbeiten stammen, hat ein Faible für die Technik entwickelt, bei den anderen - Bettina Freitag, Evy Loew, Xini Cao und Serve Jr. sind es singuläre Ergebnisse ihrer Arbeit zu diesem Thema.

Kopieren ersetzt nicht das Studium vor der Natur, Fantasie und Kreativität entwickeln sich in Kenntnis breiter Grundlagen der Malerei. Insofern freuen sich die Mitglieder des Förderstudios auf die Möglichkeiten, auch weiterhin Arbeitsergebnisse in dieser kleinen Galerie der Bibliothek vorstellen zu können. Sie verdient die Aufmerksamkeit der Zwickauer, die die Ausstellung noch bis Ende Mai sehen können.