Poetry-Slammer radelt zum schwedischen Festival

Sprechkunst Raphael Breuer auf dem Weg nach Göteborg

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Raphael Breuer auf dem Weg von Bayreuth nach Göteborg. Foto: msz/Alfredo Randazzo

Zwickau. In den zeitigen Morgenstunden war kürzlich in der Innenstadt von Zwickau ein einzelner Fahrradfahrer unterwegs. Raphael Breuer kommt aus Bayreuth in Oberfranken. Der 21-jährige Bayer ist auf dem Weg nach Göteborg. Sein Ziel ist das Poetry Slam Festival in der schwedischen Stadt. Wenn die Zeit und die Route es ihm erlauben, macht er in den Durchfahrtsstädten Rast und präsentiert seine Kunst.

Breuer erklärte: "Die vorherrschende Meinung,"Die Jugend kommuniziert nur noch via WhatsApp" ist nicht ganz richtig. Poetry Slam gibt dem gesprochenen Wort ganz neue Hipness." Poetry Slam ist minimalistisch ausgerichtet. Im Prinzip kann jeder, der sich traut, daran teilnehmen, Bühne, Mikro, Publikum.

Deutschland im Slam-Hype

Innerhalb von ein paar Minuten kann jeder selbstverfasste Texte, Gedichte, Raps und Geschichten vortragen. Wer dem Publikum am besten gefällt, wird als Sieger gekürt. Wichtig dabei ist auch die Performance: Nur wer seinem Text die richtige verbale Form gibt, überzeugt. Der Trend aus den USA ist in vielen deutschen Städten längst angekommen.

Deutschland erlebt derzeit einen weltweit einmaligen Slam-Hype. Nach Aussagen von Kennern der Szene finden derzeit in der Bundesrepublik durchschnittlich 40 Slams pro Monat statt. Vor allem studentische Amateure versuchen dort ihr Glück.

Ein Slam-Abend lebt dabei nicht nur von gut geschriebenen, gestisch vorgetragenen Texten, sondern auch und insbesondere vom Publikum, das im Moment der Entscheidung zum schärfsten Kritiker wird. Jugendliche haben bei Poetry Slams das Gefühl, unter Gleichgesinnten zu sein.