Projekt setzt Zwickauer in besonderes Licht

Fotografie Jean Molitor und Brünhild Mielke wagen Experiment

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Der Berliner Fotograf Jean Molitor und die Zwickauer Styleberaterin Brünhild Mielke freuen sich über den Erfolg ihres ersten Gemeinschaftsprojekts. Foto: Ludmila Thiele

Zwickau. Vor genau einem Jahr zeigte der Berliner Fotograf Jean Molitor im Zwickauer Rathaus in der Ausstellung "Zwickau und die Moderne in der Welt" 20 großformatige Schwarz-Weiß-Bilder. Zur Vernissage, die mehr als 100 Besucher ins Bürgerhaus lockte, zeigte der Künstler in einem Film, wie er auf der ganzen Welt die Einflüsse der Bauhaus-Schule aufspürt und diese in seinen Bildern festhält.

Im besonderen Licht

Molitor, der mit seinem Projekt "bau1haus" Augen und Herz für die Ästhetik der Zeit sowie Stolz für die lokalen "Besitztümer" erzeugen will, wagte sich jetzt in Zwickau an ein besonderes Projekt. "Wir setzen Sie ins besondere Licht" heißt das Gemeinschaftsprojekt des Berliners und der Zwickauerin Imageberaterin Brünhild Mielke. "Wir beide waren absolut überwältigt von der Resonanz", sagt der Fotograf. "Ich stellte ihr meine Idee bei einem meiner Fotoaufenthalte in Zwickau vor. Und wir beschlossen, das Experiment zu wagen."

Jetzt war es so weit: Die Imageberaterin schminkte, und er fotografierte am Freitag und Samstag insgesamt fünf Männer und dreimal so viele Frauen, die sich in einem besonderen Licht sehen wollten. "Entstanden sind dabei ganz fantastische Bilder. Ich habe aus der Fülle der gemachten Bilder eines ausgesucht, bei dem ich glaube, die Seele erfasst zu haben. Doch das Besondere an unserem Projekt ist für mich nicht das Porträt, das dabei entsteht, sondern das Wagnis, sich immer neu fotografierend auf einen Menschen einzulassen und individuell zu erfassen."

Experiment geht weiter

Weil es bereits weitere Anfragen gibt, wird das Experiment wohl weitergeführt werden. Aber vorerst reist der Berliner nach Rumänien, um Roma-Kinder in besonderes Licht zu stellen und fotografisch ihre Belange ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen. Und sein "bau1haus"-Projekt verliert er auch nicht aus den Augen.