Prozessbeginn in Zwickau: Mann wegen versuchten Totschlags angeklagt

Gericht Nachbarschaftsstreit endet gewaltvoll

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Foto: Nicole Schwalbe

Zwickau. Am Landgericht Zwickau wurde heute ein 51-Jähriger wegen versuchten Totschlags angeklagt.

Im Jahr 1985 kaufte der wegen versuchten Totschlags angeklagte Heiko R. S. in Limbach-Oberfrohna ein Haus. Dieses bezog er mit seiner Frau und seinen zwei Kindern. Das nachbarschaftliche Verhältnis war gut, bis der Angeklagte 2004 in finanzielle Schwierigkeiten geriet und eine Kleinkläranlage gebaut werden musste. Er versuchte, sich bei den Nachbarn einzuklinken, diese lehnten jedoch ab. Daraufhin entbrannten jahrelange Streitereien, die mit Polizei, Anzeigen und Klagen endeten. 2016 fing der Angeklagte an, einen Zaun zu bauen. Am 9. Juli letzten Jahres strich der Angeklagte Zaunslatten trotz der ungeklärten Grenzproblematik zwischen den Nachbarn. Die Situation schaukelte sich hoch.

Die 83-jährige Nachbarin wollte am Abend des Tattages genau an der Stelle Blumen schneiden, wo der Angeklagte den Zaun baute. Sie redete auf ihn ein, der Angeklagte ignorierte sie anfangs. Als die Nachbarin die frisch angestrichenen Bretter in den Dreck warf, verlor der Angeklagte die Beherrschung. Er griff seine alte Nachbarin mit einer Zaunslatte an und fügte ihr eine beidseitige Gesichtsfraktur (Jochbeinbruch), Prellungen und Hämatome an Kopf und Hüfte zu, bis er sie schließlich bis zur Bewusstlosigkeit würgte.

Laut Staatsanwaltschaft soll er gerufen haben "Das hat sie verdient, die alte Drecksau", als dann weitere Nachbarn zur Hilfe eilten. Das Opfer sagte heute unter Tränen als Zeugin und Nebenklägerin aus. Sie leide noch immer unter Schlafstörungen, Angstzuständen und körperlichen Einschränkungen. Weitere Zeugenaussagen von herbeigeeilten Nachbarn sowie das Urteil werden erst am 9. Januar erwartet.