PrüstelGP-Pilot auch nach erstem Heimspiel WM-Leader

MOTORSPORT Marco Bezzecchi in Mugello guter Zweiter

Motorrad-WM in der Toskana. Foto: Hermann Hanke

Mugello/Sachsenring. Mit einer starken Leistung und am Ende Platz zwei verteidigte der Italiener Marco Bezzecchi seine im spanischen Jerez eroberte WM-Führung in der Moto3-Klasse der Motorrad-Weltmeisterschaft. Im nördlich von Florenz gelegenen Mugello in der Toskana musste sich der 19-Jährige beim sechsten Grand Prix des Jahres in einem Fotofinish nur dem Spanier Jorge Martin geschlagen geben und verwies gleichzeitig seinen Landsmann Fabio di Giannantonio ebenso knapp auf Rang drei. Für den Pilot vom unweit des Sachsenrings beheimateten Team Redox PrüstelGP war es das erste Heimspiel der Saison 2018, denn die neunte Station wird vom 13. bis 15. Juli der Sachsenring sein.

Italiener betrachtet Sachsenring-GP ebenfalls als Heimrennen

"Ich fahre für ein deutsches Team, also betrachte ich auch deren Heimrennen als eines meiner Heimrennen", hatte der von Valentino Rossi geförderte Lockenkopf unlängst erklärt. Diesem wir ein drittes folgen, denn im September schlägt der Grand-Prix-Zirkus in Misano beim Grand Prix von San Marino seine Zelte noch einmal auf italienischem Boden auf.

Seinem neuerlichen Ritt aufs Podest beschrieb Marco Bezzecchi mit folgenden Worten: "Ich bin natürlich super glücklich, vor heimischen Publikum den zweiten Platz belegt zu haben. Es war ein sehr schwieriges Rennen heute. Ich konnte einen guten Start hinlegen und mich direkt zu Beginn mit Jorge Martin und Fabio Di Giannantonio von der Hauptgruppe absetzen. Bis zum Finish sind wir dann im Dreierpulk vornweg gefahren. In Sektor eins hatte ich mit meiner KTM leichte Nachteile gegenüber den beiden Hondas, doch auf der langen Start-Ziel-Geraden konnte ich dies Runde um Runde wieder kompensieren. Auch in der letzten Runde habe ich alles gegeben und versucht, mich in eine gute Position zu bringen. Am Ende Platz zwei nach Fotofinish, damit bin ich sehr zufrieden. Danke auch ans Team, die wieder einen hervorragend Job gemacht haben."

Auch Teamchef Florian Prüstel ist vom Italiener begeistert

Lobende Worte für seinen Numer-Eins-Piloten fand anschließend auch der Managing Director Florian Prüstel. Er sagte: "Es war heute ein richtig starkes Rennen von Marco. Es war nicht leicht, denn wir haben schon das ganze Wochenende über gemerkt, dass die Hondas hier auf der Strecke in Mugello sehr stark sind und leichte Vorteile in der Performance haben. Marco hatte gestern und heute jeweils einen Sturz, was zum Teil auch daran lag, dass wir Probleme mit der Front des Bikes hatten und er austesten wollte, wie weit er im Rennen ans Limit gehen kann. Im Rennen war er fast permanent am Anschlag, deswegen sind wir mit dem zweiten Platz sehr zufrieden. Wir haben Punkte mitgenommen und die WM-Führung verteidigt."

Teamkollege Kornfeil auf Platz 23

Für seinen tschechischen Teamkollegen Jakub Kornfeil lief es hingegen nicht wunschgemäß, sodass für ihn am Ende nur Rang 23 zu Buche stand. Nicht viel besser erging es dem Jerez-Sieger Philipp Öttl, der nach Platz 19 resümierte: "Eigentlich hat das Wochenende sehr gut begonnen. Am Freitag bin ich in beiden Trainings top Zeiten gefahren. Am Samstag wurde es dann schwieriger. Die höheren Temperaturen haben das Gefühl für die Strecke verändert. Ich brauchte im Rennen ungewöhnlich lange um weiter nach vorne zu kommen. Am Ende war ich total ausgelaugt und konnte kaum noch attackieren."

Der zweite deutsche Hoffnungsträger, Marcel Schrötter vom Team Dynavolt Intact GP, hatte sich mit Startplatz zwei eine fast perfekte Ausgangslage geschaffen und kurz nach dem Start sogar die Führung an sich gerissen. Leider stürzte er schon in der zweiten Kurve des Autodromo Internazionale del Mugello, blieb aber wenigstens unverletzt.