Puppen und ihre Geheimnisse

Menschen Puppendoktorin Heide Eibicht zu Gast im Schloss Wolkenburg

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Heide Eibicht gab im Schloss Wolkenburg Einblick in ihre Arbeit als Puppendoktorin. (Kuerzel: hfn)

Die Ausstellung "Kinderträume. Spielzeug aus der DDR", die der derzeit im Schloss Wolkenburg zu sehen ist, hatte kürzlich Besuch von einer Puppendoktorin. Heide Eibicht, die seit dem Jahr 1999 fachmännische Reparaturen an antiken und neuen Puppen aller Marken und Materialien, wie Zelluloid, Porzellan oder Kunststoff, sowie an Teddys durchführt, gab einen Einblick in ihre Arbeit. Um die 2000 Puppen und Teddys habe sie bereits "heilen" können, wie sie sagt. "Wenn die ersten Reparaturen fällig werden, ist es an der Zeit, einen Puppendoktor zu konsultieren und jede Puppe, jeder Teddy und jedes Plüschtier in meiner Klinik hat eine Geschichte zu erzählen", so Heide Eibicht. Eine Dame berichtete beispielsweise, ihre Puppe war das Einzige, das sie auf der Flucht aus der Tschechei in ihrem Rucksack hatte. So gebe es unzählige Geschichten und Dramen um jedes Lieblingsstück. "Viele Spielgefährten wurden auch zum Geheimnisträger gemacht, wenn man ihnen abends im Bett die größten Geheimnisse anvertraute", so Heide Eibicht.

Das Faszinierende an ihrer Arbeit sei die immer neue Herausforderung, die eine Reparatur an Puppen oder Teddys mit sich bringt. "Nichts geht nach Schema F. Das hält auch im Kopf frisch", sagt die Puppendoktorin. Der Großteil ihrer Kunden sind Sammler und, wie sie selbst, Puppenliebhaber. Kinder kommen nur sehr selten zu ihr. Dabei sei das Spielen mit Puppen und Teddys so wichtig: "Es prägt die Entwicklung des Vorderhirns. Der Sinn des Beschützens, zu lieben, Zuwendung und Verständnis für andere werden damit geschult", sagt Heide Eibicht.

Die Ausstellung im Schloss Wolkenburg ist noch bis zum 8. Januar 2017 zu sehen.