Reifenschnitzer und Gummimischer sind gefragt

Beruf Die Entwicklung von Autoreifen ist auch heute noch ein anspruchsvolles Handwerk

Moderne Autoreifen sind Hightechprodukte - das gilt für Winterreifen ebenso wie für Sommerpneus.

An der Entwicklung sind heute Computer und Industrieroboter maßgeblich beteiligt - doch wenn es an die Herstellung von Prototypen für die Praxistests geht, ist bei der Gummimischung und beim Profil immer noch Handarbeit gefragt.

Beim Reifenhersteller Continental beispielsweise gibt es für diese Tätigkeit das vielseitige Berufsbild des Reifenschnitzers. Profile, die Ingenieure zuvor am Computer entworfen haben, werden zunächst mit Schablonen und einem Silberstift auf einen noch jungfräulichen, profillosen Reifen aufgetragen. Danach geht es mit Spezialmessern ans Werk, mit denen die groben Profilstrukturen ebenso wie feine Lamellen in die Lauffläche des Reifens eingeschnitten werden müssen.

Bis zu 40 Stunden

Handarbeit für einen

einzigen Reifen

"Man muss dabei genau jede Linie treffen", erklärt Klaus Engelhart, Pressesprecher des Hannoveraner Unternehmens, die Arbeit der Reifenschnitzer.

Das Profil eines Sommerreifens schaffen die Schnitzer schon einmal in rund sechs Stunden, für das deutlich kompliziertere Profil eines Winterreifens können es bis zu 40 Stunden werden. Das Profil, das in vier mal 40 Stunden mühevoller Kleinarbeit entstanden ist, fahren die Testfahrer anschließend auf der Strecke binnen weniger Stunden vollkommen herunter.

Und nur wenige der entwickelten Profile finden Gnade vor den Augen der Tester: Was die Erwartungen nicht erfüllt, geht zurück zur Überarbeitung durch die Ingenieure und landet dann in überarbeiteter und verbesserter Form wieder auf den Arbeitstischen der Reifenschnitzern.

Gummimischungen

sind gut gehütete

Firmengeheimnisse

Ebenso wichtig wie die Profilgestaltung ist die Gummimischung, für die bis zu 200 Zutaten eingesetzt werden können. In ihre Entwicklung stecken die Reifenhersteller daher viel Zeit, Ressourcen und Know-how - bei Continental etwa sind in der gesamten Entwicklungsabteilung über 1000 Menschen im Einsatz.

Die endgültigen "Rezepte" werden von allen Herstellern sehr gut gehütet, schließlich sind sie ein entscheidender Faktor für die Lauf- und Sicherheitseigenschaften eines Reifens.

Nicht von ungefähr sprechen die Gummimischer, ähnlich wie die Whisky-Destillateure, bei ihren Mischungen von "Blends".