Roland Asch feiert seinen 70.

MOTORSPORT Schwabe auch in Sachsen Publikumsliebling

Sachsenring. 

Sachsenring. Mit seinem 70. Wiegenfest am heutigen 12. Oktober durchbricht Roland Asch die nächste geburtstagsbezogene Schallmauer. Obwohl er in den 1990er-Jahren nur vier Mal in einem Renn-Tourenwagen auf dem Sachsenring startete, gehörte der bodenständige Schwabe auch hier schnell zu den absoluten Publikumslieblingen.

Aufstieg als Privat-Fahrer

Am 12. Oktober 1950 erblickte Roland Asch in Altingen, einem heutigen Ortsteil von Ammerbuch im Landkreis Tübingen, das Licht der Welt. Schon in seiner Kindheit kam Roland Asch über das 1956 von seinen Eltern Karl und Anna gegründete Ford-Autohaus mit Kraftfahrzeugen in Kontakt, wobei diese in leistungsgesteigerten Versionen einmal sein Lebensmittelpunkt werden sollten. In den 1970er-Jahren begann Roland Asch die Rennerei und fuhr zunächst Slaloms und Bergrennen in der Region. 1981 gewann er erstmals die Deutsche Berg-Meisterschaft und wiederholte diesen Triumph in den folgenden beiden Jahren. Zudem gewann er auf der Rundstrecke 1983 die Deutsche Automobil-Rennsport-Trophäe, die neben der bekannteren, allerdings auch allmählich abgehobenen Deutschen Rennsport Meisterschaft ausgetragen wurde. Mit ihren Gruppe-C-Sportwagen wurde die DRM immer teurer und Ende 1985 schließlich eingestellt. Für seriennahe Tourenwagen wurde 1983 und 1984 die Deutsche Produktionswagen Meisterschaft (DPM) ins Leben gerufen, aus der ab 1986 die Deutsche Tourenwagen Meisterschaft (DTM) hervorging. Schon 1984 schnupperte Roland Asch mit einem elften Platz in einem BMW 323i in Hockenheim in die DPM hinein, um 1985 mit seinem Ford Mustang und unter anderem seinem ersten Podestplatz, Rang zwei beim Saisonfinale beim Siegerland-Flughafenrennen, Gesamtvierter zu werden.

Nach einem Jahr Rennpause feierte er 1988 in der DTM ausgerechnet als Ford-Händler (er übernahm 1982 das Autohaus seiner Eltern) mit seinem privaten Mercedes 190E 2.3-16 acht Podestplätze sowie am Saisonende die Vizemeisterschaft hinter Klaus Ludwig in einem Ford Sierra Cosworth.

Nachdem er 1991 den Porsche Carrera Cup gewonnen hatte, gelang ihm beim ersten von drei Auftritten der DTM 1992 auf dem Nürburgring im zweiten Lauf, nun als Mercedes-Werksfahrer, in einem Mercedes 190E 2.5-16 Evo2 sein erster DTM-Sieg. Die oberste Stufe eines DTM-Podests sollten er in seiner Karriere noch fünf weitere Mal besteigen dürfen.

Nach dem werkseitigen Ausstieg aus der DTM von Audi, BMW und Opel Ende 1992 waren Mercedes und die Neueinsteiger Alfa Romeo mit ihrem 155 V5 TI unter sich. Roland Asch nutzte dies, um 1993 hinter dem italienischen Ex-Formel-1-Fahrer Nicola Larini erneut DTM-Vizemeister zu werden.

Auch Roland Asch wechselt von der DTM in die STW

Allmählich zogen auch über der DTM, die immer internationaler und vor allem kostspieliger wurde, dunkle Wolken auf, woraufhin auf Bestreben der DTM-Fahnenflüchtigen 1994 die Serie Super Tourenwagen, kurz STW, auf die Beine gestellt wurde. Bis einschließlich 1996 lebten beide deutsche Tourenwagenserien nebeneinander her, bis die DTM schließlich unterging.

Roland Asch stieg 1995 standesgerecht mit einem Ford Mondeo in die STW ein. Somit kam er auch im Wiedergeburtsjahr des Sachsenrings als Rennstrecke 1996 an den Kurs vor den Toren Hohenstein-Ernstthals. Im STW-Sprintrennen wurde er Zwölfter sowie im anschließenden Hauptrennen 14.

Ein Jahr später wurde er in einem Nissan Primera 2,0 einmal Zehnter und einmal Neunter. Neunter im Sprint- und sogar Achter im Hauptrennen wurde er 1999 hier, nun allerdings in einem Opel Vectra.

Der Sympathieträger als Bösewicht

Beim Saisonfinale und gleichzeitig dem letzten STW-Rennen der Geschichte sollte er 1999 auf dem Nürburgring eine tragische Rolle spielen. Obwohl er eigentlich per schwarzer Flagge längst vom Rennen ausgeschlossen war, schoss in der letzten Kurve den Meisterschaftsanwärter Christian Abt im Audi ab und machte damit seinen Opel-Markenkollegen Uwe Alzen zum vorläufigen Meister. Dieser Ausgang des Rennens wurde später korrigiert, sodass Christian Abt schließlich als Meister gekürt wurde.

Die Wogen müssen sich rasch geglättet haben, denn nach seinem offiziellen Rücktritt wurde Roland Asch im Jahr 2000 in der wiederbelebten DTM rückfällig und fuhr als Ersatz für die zeitgleich beim 24-Stunde-Rennen im französischen Le Mans befindlichen etatmäßigen Audi-Piloten Christian Abt und Laurent Aiello einen Abt-Audi-TT-R.

Rennfahrer-Gen weitergegeben

Sein Motorsport-Gen muss Roland Asch an seinen Sohn Sebastian weitergegeben haben, denn der wurde später ebenfalls Auto-Rennfahrer. Zum Beispiel holte er bisher zehn Rennsiege und sogar schon zwei Titel (2012 und 2015) im ADAC GT Masters. Auch in diesem Zusammenhang kehrt der heutige Jubilar Roland Asch ein ums andere Mal zum Sachsenring zurück.