Saison-Kehraus am Sachsenring

MOTORSPORT ADAC GT Masters kam diesmal zum Finale

Sachsenring. 

Sachsenring. Als 2007 die Autorennserie ADAC GT Masters eingeführt wurde, war der Sachsenring bereits mit dabei und begeistert seitdem die Fans. In diesem Jahr gastierte die "Liga der Supersportwagen" mit ihren Rahmenserien somit zum nun schon 13. Mal auf der anspruchsvollen und bei den Fahrern beliebten Berg- und Talbahn vor den Toren Hohenstein-Ernstthals.

Das Kernthema war natürlich wieder die der Serie ihren Namen gebende Rennklasse ADAC GT Masters. Die aktuellen Sportwagen nach internationalem GT3-Reglement leisten bis zu 660 PS. Vertreten waren die Marken Audi (R8 LMS), BMW (M6 GT3), Corvette (C7 GT3-R), Ferrari (488 GT3), Lamborghini (Huracan GT3), Mercedes-AMG (GT3) und Porsche (911 GT3 R), zu denen eigentlich noch Aston Martin mit dem Vantage GT3 gehört. Das Team mit der britischen Marke vollzog jedoch nach dem vorangegangenen Rennen schon mal den "ADAC-GT-Masters-Brexit".

Anders als in den Vorjahren wurde 2019 das große Finale nicht in Hohenstein-Ernstthals Partnerstadt Hockenheim ausgetragen, sondern vom Serienpromoter ADAC an die sächsische Kultrennstrecke vergeben. Insgesamt rund 25.000 Zuschauer übers gesamte Wochenende bestätigten die Richtigkeit dieser Maßnahme.

Ein Lokalmatador fehlte

Zum Leidwesen der Fans, war der Titel seit dem vorletzten Rennen, eben in Hockenheim, bereits vergeben, sodass der Schweizer Patric Niederhauser und der Südafrikaner Kelvin van der Linde mit ihrem Audi R8 LMS als bereits feststehende Meister anreisten. Dies tat der Spannung aber keinen großen Abbruch, denn packender Motorsport wurde dennoch geboten, zumal der Kampf um den Vizetitel noch tobte. Für diesen kamen rechnerisch noch sieben Teams in Frage. Ein eigentlich in diesen Kampf noch verstricktes Auto wurde allerdings schmerzlich vermisst. Der Markleeberger Lokalmatador Marvin Kirchhöfer und sein Partner Markus Pommer wurden beim vorangegangen Rennen mit ihrer Corvette gleich zwei Mal in heftige Unfälle verwickelt, dass das Team keine Möglichkeit sah, das Auto mit der mit der Startnummer 77 rechtzeitig wieder aufzubauen.

Erster Saisonsieg beim vorletzten Rennen

Beim ersten Rennen am Samstag sorgten der Niederländer Indy Dontje und Maximilian Götz aus dem bayrischen Uffenheim für den ersten Saisonsieg von Mercedes-AMG. Mit 31 Sekunden Vorsprung fiel ihr Start- und Ziel-Sieg mehr als deutlich aus. Platz zwei ging an den Österreicher Max Hofer und Christopher Mies aus Heiligenhaus in Nordrhein-Westfalen im ihnen anvertrauten Audi. Kelvin Snoeks, ebenfalls aus den Niederlanden, und Mick Wishofer, ebenfalls aus der Alpen-Republik, wurden in einem weiteren Mercedes-AMG Dritte.

Der andere Lokalmatador, der erst 19-jährige Dresdner Maximilian Paul, und sein britischer Partner William Tregurtha wurden im kunterbunten Audi R8 mit der Startnummer 71 nach viel Pech in der Anfangsphase des Rennens nur 25. und damit Vorletzte. Tags darauf reichte es für die Fahrerpaarung des in diesem Jahr neu in die Serie eingestiegenen Teams T3 Motorsport aus Radebeul immerhin zu Rang 18.

Meister meisterlich

In jenem Rennen am Sonntag sicherten die noch relativ frisch gekürten Meister in der Fahrerwertung, Patric Niederhauser und Kelvin van der Linde, ihrem Team HCB-Rutronik Racing in auch deren Debütjahr zusätzlich den Gewinn der Teamwertung. Wenngleich ihr Vorsprung im Ziel nur knapp drei Sekunden betrug, fiel dieser unterm Strich ebenfalls souverän aus. Zweiter wurde das Audi-Duo Jimmy Eriksson aus Schweden und Daniel Keilwitz aus Villingen-Schwenningen im Schwarzwald in einem Mercedes-AMG. Mit Rang drei standen Max Hofer und Christopher Mies erneut auf dem Podium.

Rahmenserien sorgten für Spannung bis zum Schluss

In der in diesem Jahr neu eingeführten kleinen Sportwagen-Klasse, der ADAC GT4 Germany, gewannen der Norweger Mads Siljehaug und der Österreicher Eike Angermayr in einem KTM X-Bow GT4 das Rennen am Samstag und brachten sich damit in eine sehr gute Ausgangslage in Sachen Fahrermeisterschaft. Beim Sieg der Gaststarter Lennart Marioneck aus München und dem Tschechen Jan Krabec im baugleichen Fahrzeug wurden Mads Siljehaug und Eike Angermayr am Sonntag Siebente, was reichte, um sich als Premieren-Meister einen Eintrag in den Motorsport-Geschichtsbüchern zu sichern.

Im Porsche Carrera Cup, dem seit Jahren schnellsten deutschen Automobil-Markenpokal, reichte Michael Ammermüller aus dem niederbayrischen Rotthalmünster ein Sieg am Samstag sowie ein zweiter Platz hinter dem Niederländer Larry ten Voorde tags darauf nichts. Mit einem vierten sowie neunten Platz rettete der Franzose Julien Andlauer zweieinhalb Punkte Vorsprung und wurde Champion im Jubiläums-Cup-Jahr, dem 30.

Mittendrin im Geschehen war auch wieder Toni Wolf aus dem Lengenfelder Ortsteil Schönbrunn. Der 20-Jährige plagte sich zwar mit ein paar nicht selbstverschuldeten Unzulänglichkeiten an seinem in seinem 485 PS leistenden "911 GT3 Cup" herum und kam deshalb bei seinem Heimspiel nicht über die Plätze elf und zehn hinaus, doch in der Gesamtwertung konnte er sich dennoch um einen Rang verbessern und beendete die Saison als Zehnter.

Licht und Schatten für die weiteren Lokalmatadore

Richtig gut lief das Heimspiel für den Chemnitzer Dominik Fugel in der Tourenwagenklasse ADAC TCR Germany. Nach bisher viel Pech, gelang dem 22-jährigen Honda-Piloten am Samstag sein langersehnter erster Saisonsieg. Am Sonntag musste er reglementbedingt von Startplatz zehn ins Rennen gehen und machte mit letztendlich Rang fünf sein Wochenende rund.

Dessen jüngerer Bruder Marcel war per weiteren Gaststart mit von der Partie. Er belegte die beachtlichen Plätze 13 und zehn.

Ebenfalls als Gaststarterin gab die Waldenburgerin Sophie Hofmann ihr Debüt in der ADAC TCR Germany. Sonst geht die 21-Jährige in der Spezial Tourenwagen Trophy an den Start, probierte sich aber im Hinblick auf nächstes Jahr nach zwei Auftritten im Audi Sport Seyffarth R8 LMS Cup diesmal mit ihrem Seat Leon TCR aus der STT in dieser hartumkämpften Klasse. Mit den Plätzen 17 und 18, nicht zuletzt auf Grund technischer Probleme, musste sie allerdings einiges an Lehrgeld zahlen. Nach einem achten Platz am Samstag fuhr Max Hesse aus dem baden-württembergischen Wernau am Sonntag als Sieger knapp vor seinen härtesten Konkurrenten im Titelkampf über den Zielstrich und sicherte sich damit quasi auf den letzten Metern die Meisterschaft.

In der ADAC Formel 4 gingen die drei Laufsiege an den Russen Michael Belov, den Franzosen Theo Pourchaire und Dennis Hauger aus Norwegen. Da Theo Porchaire in den beiden anderen Rennen jeweils als Zweiter zusätzlich kräftig punktete, ist er der verdiente Meister 2019. Arthur Leclerc, der jüngere Bruder des Formel-1-Shooting-Stars in Diensten von Ferrari, Charles Leclerc, wurde Meisterschaftsdritter.