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Schlechtere Arbeitsbedingungen für Reinigungskräfte?

Tarifkonflikt IG Bau rät, keine Verträge zu schlechteren Konditionen zu unterschreiben

Zwickau. 

Zwickau. Der Reinigungsbranche droht ein "heißer Sommer" warnte Andreas Herrmann von der IG BAU Südwestsachsen kürzlich. "Weniger Urlaubstage, gestrichene Zuschläge, Arbeit auf Abruf, den etwa 2.500 Reinigungskräften im Kreis Zwickau drohen massive Einbußen". Herrmann rief die Beschäftigten dazu auf, die Einschnitte nicht hinzunehmen. "Aktuell legen viele Chefs ihren Mitarbeitern neue Arbeitsverträge zu deutlich schlechteren Konditionen vor. Die sollte keiner unterschreiben", so Andreas Herrmann weiter. Zum 31. Juli hatte der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks den Rahmentarifvertrag für die Branche gekündigt.

Weniger Urlaub, keine Zuschläge und flexible Arbeitszeiten

Bevor Gewerkschaft und Arbeitgeber am 15. August über einen neuen Vertrag verhandeln, sollen nach Beobachtung der IG BAU in der Zwischenzeit die Standards gedrückt werden. "Statt bisher 28 oder 30 Tagen Urlaub sollen Beschäftigte jetzt das gesetzliche Minimum von 20 Tagen hinnehmen. Zuschläge für Überstunden oder besondere Aufgaben wie etwa die OP-Reinigung sollen in den neuen Arbeitsverträgen eingekürzt oder ganz gestrichen werden", berichtete Herrmann. Besonders brisant: Geht es nach dem Willen einiger Firmen, dann sollen Beschäftigte, die bislang feste Arbeitszeiten hatten, künftig auf Abruf arbeiten. Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die ohnehin jeden Euro zweimal umdrehen müssen", kritisierte der Gewerkschaftsvertreter.

Gerade Frauen seien von den Kürzungen betroffen. Eine Reinigungskraft, die Vollzeit rund 1.300 Euro netto verdiene, habe schon jetzt große Schwierigkeiten, eine bezahlbare Wohnung zu finden. "Hinzu kommt: Ein Großteil der Beschäftigten hat nur einen Teilzeit- oder Minijob. Da wird es am Monatsende richtig eng." Sollte die schon seit April vergangenen Jahres andauernde Tarifrunde am 15. August erneut keinen Durchbruch bringen, müssen Firmen und Kunden mit Arbeitsniederlegungen auch im Kreis Zwickau rechnen.



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