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Schulaufnahmeuntersuchungen verstoßen gegen Corona-Auflagen

Soziales Stadtelternrat Limbach-Oberfrohna sammelt Unterschriften in Zwickau

Limbach-Oberfrohna. 

Limbach-Oberfrohna. Im letzten Kindergartenjahr steht sie für die Vorschüler an: die Schulaufnahmeuntersuchung im Gesundheitsamt. Eltern aus Limbach-Oberfrohna müssen mit ihren Kindern dazu allerdings weite Wege hinter sich bringen, bis nach Zwickau. Dagegen regt sich nun Widerstand. "Für viele ist dieser weite Weg eine Zumutung", sagt Christian Wobst, Vorsitzender des Stadtelternrates Limbach-Oberfrohna.

"Keine Entscheidung im Sinne der Kinder"

Er zweifelt nicht nur die Sinnhaftigkeit der Schulaufnahmeuntersuchungen im Allgemeinen an. Wobst und andere Vertreter des Stadtelternrates sammeln auf einer Unterschriftenliste jetzt Stimmen, um dem Landratsamt klar zu machen: die Entscheidung, die Untersuchungen von Limbach nach Zwickau zu verlegen, ist keine im Sinne der Kinder. Und im Sinne der Gesundheit erst recht nicht. Denn das Gesundheitsamt schickt nun hunderte Familien auf Rundreise durch den Landkreis und verstößt damit ganz offensichtlich gegen die Corona-Auflage, nach der die Menschen in Sachsen dazu angehalten sind, die physisch-sozialen Kontakte zu anderen auf das zwingend nötige Minimum zu reduzieren. 240 Mädchen und Jungen aus Limbach-Oberfrohna sowie 20 aus Niederfrohna müssen für das neue Schuljahr zur Untersuchung nach Zwickau. "Das Ganze ist für mich eine Farce", sagt Christian Wobst.

Der Stadtelternrat hat sich bereits vor Wochen mit einem Brief an den Landrat gewandt, um unter anderem darin die Frage zu stellen, weshalb die Außenstelle in Limbach-Oberfrohna ungeeignet für die Schuluntersuchungen sei. Bisher kam keine Antwort. "Das ist enttäuschend", sagt Wobst, der sich nun auch an die Kreistagsfraktionen wenden will, um Gehör zu finden. Die Unterschriftenaktion habe in den Limbacher Kitas bereits eine gute Resonanz erzielt.