Seniorin lernte 20 Jahre Klavier

Vorgestellt Renate Uhlig spielt jetzt alles von Bach bis Beat

Während die meisten Schüler fünf bis zwölf Jahre für ihre Ausbildung an den Tasteninstrumenten in der Musikschule einplanen, gönnte sich Renate Uhlig gleich 20 Jahre. Zurückblickend meinte die heute 74-Jährige: "Zum Glück hatte ich in Ronny-Reinhard Hofmann einen geduldigen und kompetenten Lehrer." Die engagierte Seniorin erinnerte sich noch gut daran, wie alles begann: "Als mein Ruhestand langsam in Sicht kam, wollte ich mich einer neuen Herausforderung stellen und mir einen Kindheitstraum erfüllen." Nach dem Krieg hatte es für die kleine Renate gerade einmal für eine Handharmonika gereicht, und so musste sie ihren Traum vom Klavierspielen viele, viele Jahre verschieben. Allerdings war die Neubauwohnung in Eckersbach in der vierten Etage auch nicht das reinste Platzwunder für so ein großes Instrument. Ganz zu schweigen von den Nachbarn, die sie mit unerlässlichem Üben nicht malträtieren wollte.

Nach der Wende bot sich die Möglichkeit, auf elektronische Instrumente umzusteigen, die konnte man ja sogar unter Kopfhörern spielen, ohne die Familie zu stören. Die zweifache Mutter, Großmutter und Urgroßmutter erzählte weiter: "Mein Ehemann belegte zur damaligen Zeit Computerkurse und ich meldete mich in der Yamaha Musikschule Zwickau an. Auch wenn es im Alter etwas langsamer geht, ich wollte niemals aufgeben."

Inzwischen erfreut sie die Bewohner eines Seniorenheimes mit flotten Rhythmen und die Familie zu Geburtstagen. An ein Konzert erinnert sich Renate Uhlig besonders gern. Auf einer Reise nach Finnland spielte sie in einer Kirche Werke von Ludwig van Beethoven auf der Orgel. "Es ist schon phänomenal, was Frau Uhlig alles erreicht hat", resümierte Ronny-Reinhard Hofmann: "Man kann in jedem Alter anfangen ein Instrument zu erlernen. So bleibt man lange geistig fit und auch die Beweglichkeit in den Händen bleibt erhalten.