Sie hat ihre Berufung gefunden

Engagement Pfarrerin kümmert sich in Zwickau um das Seelenheil von Patienten

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Pfarrerin Renate Bormann hat sich mit Leib und Seele der nicht immer ganz leichten Arbeit als Krankenhaus-Seelsorgerin verschrieben. Foto: Andreas Wohland

Zwickau. Einmal abgesehen von Müttern, die ihren Nachwuchs erwarten, geht wohl niemand gerne ins Krankenhaus. Schon gar nicht jetzt in der Vorweihnachtszeit. Dabei ist die medizinische Betreuung nur eine Seite der Medaille. Pfarrerin Renate Bormann widmet sich einer anderen, aber ebenso wichtigen Aufgabe.

Sie arbeitet an zwei Kliniken

Seit vier Jahren ist sie als Krankenhaus-Seelsorgerin im Zwickauer Heinrich-Braun-Klinikum tätig. Darüber hinaus schaut sie einmal pro Woche auch bei Patienten in der Paracelsus-Klinik vorbei. "Ich gehe natürlich nicht aufs Geratewohl los, sondern suche zunächst Patienten auf, die bei ihrer Aufnahme in die Klinik angegeben haben, dass sie evangelisch sind. Bei den Gesprächen am Krankenbett kommt es nicht selten vor, dass auch Frauen und Männer, die mit der Kirche nichts am Hut haben, sich über ein paar aufmunternde oder tröstende Worte freuen", so die 58-jährige Geistliche.

Besondere Herausforderungen für die Pfarrerin

Zu den Schwerpunktbereichen ihrer Arbeit gehören unter anderem die Onkologie, die Intensiv- sowie die Palliativstation. Nach ihren Erfahrungen ist der Gesprächsbedarf jetzt vor Weihnachten bei vielen Leuten besonders groß.

"Wenn ich an eine Tür klopfe, weiß ich oft nicht, wer dahinter im Bett liegt. Normalerweise werde ich viel mit dem Leid fremder Menschen konfrontiert. Ihnen in ihrer oftmals schwierigen Lebenssituation beizustehen, sie möglicherweise auch ein wenig aufzubauen, erfordern viel Kraft und Einfühlungsvermögen." Trotzdem stellt sich Renate Bormann diesen täglichen Herausforderungen gerne.

Zugute kommt ihr dabei auch, dass sie vor dem Theologiestudium eine Ausbildung zur Krankenschwester absolviert hat und so einschätzen kann, was Ärzte, Schwestern und Pfleger Tag für Tag leisten. "Ich genieße das berufliche Privileg, Zeit zum Zuhören zu haben. In dieser Arbeit sehe ich meine Berufung", macht sie deutlich.