Siedler lichteten wohl den Tann

Jubiläum Lichtentanne feiert 650 Jahre seiner Ersterwähnung

Lichtentanne. 

Lichtentanne. In diesem Jahr gibt es in Lichtentanne einen besondern Grund zum Feiern. Zum 650. Mal jährt sich die urkundliche Ersterwähnung des Ortes. Anlässlich dieses Jubiläums soll es am letzten Juniwochenende ein großes Dorffest geben. Auch wenn dann 650 Jahre Ersterwähnung gefeiert werden, dürfte der Ort doch um etliche Jahre älter sein. Denn wissenschaftlichen Untersuchungen kamen zu dem Schluss, dass das Holz, mit dem die Lichtentanner Sankt Barbara-kirche einst gebaut wurde, aus dem Jahr 1150 stammt. Und wo eine Kirche stand, befand sich üblicherweise auch eine Ansiedlung.

Der Ortsname lässt übrigens darauf schließen, dass die ersten Siedler aus dem fränkisch-thüringischen Raum stammten. Ehe die sich aber an die Gründung eines Dorfes machen konnten, musste wohl zunächst der Wald - auch Tann genannt - gelichtet werden. Möglicherweise nannten die Siedler ihre neue Heimat deshalb zum lichten Tann. Mehrere Jahrhunderte war Lichtentanne ein eher beschaulicher Flecken. Erst die Industrialisierung sorgte für einen spürbaren Aufschwung. Ein Aspekt war dabei, dass das Dorf im Jahr 1885 einen kleinen Bahnhof erhielt.

Von besonderer Bedeutung für das weitere wirtschaftliche Aufblühen des Ortes erwies sich aber der Umzug der Kammgarnspinnerei Schmelzer von Werdau nach Lichtentanne. 1890 legte Carl Schmelzer den Grundstein für seine Fabrik, drei Jahre später ließ er daneben seine Villa errichten, die heute als Bürgerhaus genutzt wird. Dem Industriellen verdankt die Gemeinde auch den 1,8 Hektar großen Park, der sich rund um das einstige Wohnhaus erstreckt. Der wird von der Pleiße durchflossen, verfügt über einen interessanten Baumbestand sowie einige kleinere Bauwerke. Darunter auch eine Voliere mit Ziervögeln.