Simon freut sich über Tandem

Unterstützung Welle der Hilfsbereitschaft für behinderten Jungen

Ein riesiger Wunsch ist in Erfüllung gegangen: Simon Weidner aus Crimmitschau kann endlich in die Pedalen treten. Der 13-jährige Junge ist gesundheitlich stark eingeschränkt und benötigt zum Radeln ein Parallel-Tandem. Nachdem die Krankenkasse eine Unterstützung abgelehnt und eine Klage am Sozialgericht keinen Erfolg gebracht hat, war die Anschaffung durch eine riesige Spendenbereitschaft in Westsachsen möglich.

Die Spendenaktion wurde durch einen (glücklichen) Zufall initiiert. Ein Radiosender hat zu Beginn des Jahres bei einer "Aktion" die Rechtsanwaltskosten für die Klage am Sozialgericht übernommen und über den Fall berichtet. Carola Knauer, deren Tochter Linda früher mit Simon in der Kindertagesstätte "Frohe Zukunft" war, hörte die Geschichte vom Kampf um das Spezial-Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit im Radio. Sie sprach ihre Chefin, Katja Seiler, darauf an. Die beiden Frauen waren sich schnell einig: "Wir müssen einen Spendenaufruf initiieren."

Dabei sind sie bei Perdita Suarez, Pfarrerin in Crimmitschau, auf offene Ohren gestoßen. Unter dem Titel "Ein Fahrrad für Simon" hat die Kirchgemeinde im Frühjahr einen Spendenaufruf veröffentlicht. "Die Resonanz war einfach überwältigend", erinnert sich Perdita Suarez. Egal ob in Sammelbüchsen oder auf einem Konto - seit dem Frühjahr sind fast täglich Spenden eingegangen. "Daran haben sich auch viele Leute, die gar nicht zu den Kirchgemeinden gehören, beteiligt", freut sich die Pfarrerin.

Im September war die Spendensumme von 9600 Euro erreicht und konnte die Bestellung für das Spezialfahrrad bei einer Firma in Fraureuth ausgelöst werden. Vor wenigen Tagen wurde das Parallel-Tandem an Simon Weidner übergeben. Die Eltern Susann und Jürgen Weidner erinnerten bei der Übergabe an ein Zitat von Hermann Hesse: "Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen."