Sind denn alle fußball-bekloppt? Ein Experte erzählt

Besuch Reiner Calmund liest am Kirchberger Gymnasium

Reiner Calmund erzählte nicht nur aus seinem Leben, sondern erfüllte auch zahllose Autogramm- und Fotowünsche. Foto: Andreas Wohland

Kirchberg. Mit Reiner "Calli" Calmund war heute (Dienstag) einer der wohl charismatischsten deutschen Fußballexperten der letzten Jahren Gast Kirchberger am Christoph-Graupner-Gymnasium. Dem Vater eines der Schüler war es zu verdanken, dass der 68-Jährige auf der Durchreise in Richtung Berlin einen Zwischenstopp nutzte, um aus seinem Buch "fußballbekloppt!" zu lesen. Allerdings war es weniger eine der üblichen Lesungen, als mehr eine lockere Plauderei, in deren Verlauf er einige Einblicke in sein bewegtes Leben gewährte.

Dabei verriet er auch, dass er das Buch ursprünglich nur für seine engsten Familienmitglieder geschrieben hatte. Erst als eine gute Bekannte das Werk in die Finger bekam, ließ er sich schließlich zu einer Veröffentlichung hinreißen.

Lesung mit anschließender Autogrammstunde

Hingerissen von seinen Schilderungen waren auch die gut 450 Schülerinnen und Schülern des Kirchberger Gymnasiums. Kein Wunder, denn Reiner Calmund blieb seinem Ruf als bodenständiger Mensch treu, der kein Blatt vor den Mund nimmt. "Junge Leute kann man nicht mit einer langatmigen Lesung begeistern. Die wollen es authentisch und lebensnah. Nachlesen kann's am Ende jeder", sagte Calmund.

Eine Besonderheit: Im Anschluss an den offiziellen Teil der Veranstaltung bestand die Möglichkeit, die beiden Bücher aus Calmunds Feder zu erwerben und vom Autor signieren zu lassen. Allerdings verzichtete der ganz bewusste auf seine Tantiemen, legte sogar aus der eigenen Tasche noch etwas drauf.

Pro verkauftem Buch werden 5 Euro gespendet

Auf diese Weise kamen pro verkauften Buch fünf Euro zusammen, die je zur Hälfte an die "Stiftung zur Hilfe krebskranker Kindern im sächsischen Vogtland" und den Förderverein des Gymnasiums gingen. "Wer das Glück hat, sich auf der Sonnenseite des Lebens zu befinden, hat nach meinem Dafürhalten auch die moralische Pflicht, jenen etwas abzugeben, denen es nicht so gut geht oder die unsere Hilfe brauchen", stellte er klar.

Reiner Calmund im Portrait

Reiner Calmund, der in der kommenden Woche seinen 69. Geburtstag feiert, hat ursprünglich Betriebswirtschaft studiert. Fußball bestimmte von jeher sein Leben. Bis zu einem verhängnisvollen Sportunfall jagte er selbst dem runden Leder hinterher.

Bekannt wurde Reiner Calmund insbesondere dadurch, dass er dem Fußball-Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen in der Chefetage fast 30 Jahre lang seinen Stempel aufgedrückte. Nach 2004 widmete er sich verstärkt sozialen Projekten. Unter anderem als Kuratoriumsmitglied der Stiftung UNESCO sowie Schirmherr der Stiftung "Tapfere Kinder". Letztere schützt junge Menschen in Not und bietet ihnen eine Chance auf eine bessere Zukunft.