So war die Schule früher

Ausstellung Neues im Stadt- und Dampfmaschinenmuseum

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Die Klasse 3b aus der Leubnitzer Grundschule im Werdauer Museum. Foto: Thomas Michel

Werdau. Holzbänke kannten die Mädchen und Jungen aus der Klasse 3b der Leubnitzer Grundschule bisher wohl nur von Bildern oder aus Erzählungen ihrer Großeltern. In dieser Woche konnten sie mit diesen betagten Möbeln selbst Bekanntschaft schließen, als sie im Rahmen eines Unterrichtsprojektes rund um die Schulgeschichte einen Vormittag im Werdauer Stadt- und Dampfmaschinenmuseum waren.

Dort nämlich gibt es seit Sonntag eine neue Sonderausstellung zur Historie der Schulen in der Stadt an der Pleiße. Immerhin reicht die bis in 16. Jahrhundert zurück, auch wenn die erste Schule erst im Jahr 1836 gebaut wurde. "Wir haben verschiedene Exponate, wie sie vor langer Zeit in den Schulen an der Tagesordnung waren, zusammengetragen", sagte Museumschef Hans-Jürgen Beier, wobei er die Holzbänke zusammen mit dem Lehrerpult und der alten Tafel als ein besonderes Highlight der Ausstellung ansehen wollte. Für die Leubnitzer Grundschüler war die Sitzprobe in den Bänken eher ein Spaß, während zur Ausstellungseröffnung beim einen oder anderen Erwachsenen Erinnerungen an ihre Schulzeit aufkamen.

Erst Kindergarten, dann Schule und dann wieder Kindergarten

Auch einige ehemalige Lehrer gehörten zu den Besuchern der Sonderausstellung und konnten verschiedene Episoden rund um die Holzbänke beisteuern. "Werdau ist meines Wissens die einzige Stadt in Deutschland, die aus einem Kindergarten eine Schule und aus dieser Schule wieder einen Kindergarten gemacht hat", konnte auch Hans-Jürgen Beier eine nicht unwesentliche Tatsache zur Werdauer Schulgeschichte beisteuern.

Im Foyer der ersten Etage hat das Museum derzeit eine Ausstellung zum 150-jährigen Bestehen der Werdauer Stadtbibliothek gestaltet. Dort sind unter anderem die ältesten Bücher aus dem Bestand der Einrichtung zu sehen, die eine der ältesten öffentlichen Häuser dieser Art in Sachsen ist.