So wird man Friedensrichter

Soziales Armin Wuttke betreut sonst Angehörige von Soldaten

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Amin Wuttke wurde erneut für fünf Jahre als Friedensrichter gewählt. Foto: Nicole Schwalbe

Lichtentanne. "Ich versuche, so leise und effektiv wie möglich zu arbeiten", sagt Amin Wuttke, der gestern auf der Gemeinderatssitzung zum zweiten Mal einstimmig zum Friedensrichter gewählt wurde. Einen weiteren Anwärter gab es nicht. "Das ist schade, denn Konkurrenz belebt das Geschäft", witzelte Wuttke vor seiner erneuten Ernennung.

Seit 22 Jahren arbeitet Wuttke bei der Bundeswehr, seit 15 Jahren lebt er in Lichtentanne. "Ich wollte mich in der Gemeinde einbringen und habe mich daher vor fünf Jahren für das Amt des Friedensrichters beworben", erzählt Wuttke. Hauptberuflich betreut er Familienangehörige von deutschen Soldaten, die im Auslandseinsatz sind. Diplomatie und Verständnis sowie die Fähigkeit, sich in andere hinein zu versetzen, liegen ihm daher im Blut. "Amin Wuttke hat seine Arbeit hervorragend gemacht", so Bürgermeisterin Inge Krauß.

"Schlichten statt Richten" ist das Motto der Gemeinde. Nachbarschaftsstreit lässt sich leider kaum vermeiden, zumal die Menschen heutzutage eher den Weg zum Rechtsanwalt gehen, als sich in einem persönlichen Gespräch zu einigen. Das stellte auch Wuttke während seiner letzten Amtszeit fest. "Es ist nicht immer einfach, die beiden Parteien an einen Tisch zu bringen, aber bisher hatte ich immer das Gefühl, dass beide stets als "Sieger" aus dem Gespräch herausgegangen sind. Das ist wichtig, denn dann hat niemand das Gefühl, über den Tisch gezogen worden zu sein", erklärt Wuttke.

Ein Friedensrichter ist ein Luxus, den sich nicht jede Gemeinde leistet. Er muss für das Amt geeignet sein und gewisse Ausschlusskriterien widerlegen. Außerdem legt er einen Eid ab, verpflichtet sich zur Verschwiegenheit und ist vor allem unparteiisch. "Ich freue mich über die Wiederwahl. Ich übe das Amt gerne aus", so Wuttke.