Spanier absolviert Ausbildung in Crimmitschau

Ausbildung Daniel Simon Aldana Bravo entfloh der hohen Jugendarbeitslosigkeit

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Der Spanier Daniel Simon Aldana Bravo absolviert bei der Crimmitschauer Wirthwein GmbH seine Berufsausbildung. Foto: Thomas Michel

Crimmitschau. Zu den zwölf Auszubildenden, die beim Automobilzulieferer Wirthwein in Crimmitschau arbeiten, gehört Daniel Simon Aldana Bravo. Der 21-Jährige kommt - wie sein Name schon verrät - aus Spanien. Er hat am 1. August 2016 eine Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik begonnen. Unterstützung gibt es durch das europäische Förderprogramm "MobiPro-EU", das zur Bekämpfung der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Spanien ins Leben gerufen wurde.

Generación cero

Daniel Simon hat in seinem Heimatland das Abitur gemacht. Trotzdem gab es keine Aussicht auf einen Studienplatz in seinem Wunschfach "Mathematik". Alternativen waren Fehlanzeige. Die Jugendarbeitslosigkeit ist hoch. In Spanien nennen sie die Generation der 20-35-jährigen deshalb nicht ohne Grund "Generación cero", weil ihre Aussichten auf eine geregelte Arbeit sowie ein reguläres Einkommen gen null tendieren.

Die Alternative für Daniel Simon Aldana Bravo: Er besuchte in seinem Heimatland einen Deutschkurs mit der anschließenden Aussicht auf eine Ausbildung in Deutschland. So absolvierte der junge Mann im Mai 2016 ein fünfwöchiges Vorpraktikum bei Wirthwein in Crimmitschau. Hierdurch erhielt er erste Eindrücke in das duale Ausbildungssystem, die späteren Tätigkeiten und das Unternehmen. Diese Praxisphase war gekoppelt mit Sprachkursen und durch diverse Ausflüge.

Gelerntes direkt praktisch anwenden

Da der junge Mann seine Arbeit immer gut erledigt hat und sehr motiviert zu Werke ging, erhielt er einen Ausbildungsvertrag - 2600 Kilometer entfernt von zuhause.

"Ich finde die Kombination aus Theorie und Praxis sehr gut", sagt der junge Spanier auf die Frage, was ihm an seiner Ausbildung gefällt. Er kann die Inhalte, welche er in der Berufsschule lernt, gleich im Betrieb praktisch umsetzen und so direkt prüfen, ob er die Theorie verstanden hat. Denn eine der größten Herausforderungen bleibt die Sprache. "Das Beste aber ist, wenn ich etwas nicht verstehe oder weiß, kann ich meine Kollegen immer um Rat fragen".

Ebenfalls findet er es sehr gut, dass er etwas mit den eigenen Händen zusammenbauen und das Ergebnis seiner Arbeit real in Händen halten kann: "Ich finde es toll, wenn aus der Stahlform, die ich in die Spritzgießmaschine eingebaut habe, fertige Kunststoffteile herausfallen. Da sehe ich das Ergebnis meiner Arbeit und ich weiß, dass ich ein Teil des Prozesses war."

An Spanien vermisst er am Meisten seine Familie und die Freunde. Der 21-Jährige hält vor allem per Internet den Kontakt zu seinen Lieben.



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