Spannende Kämpfe um die Startplätze

MOTORSPORT Beim Sachsenring-GP purzelten die Rekorde

Hohenstein-Ernstthal. 

Hohenstein-Ernstthal. Marc Marquez aus Spanien, dessen jüngerer Bruder Alex und der Japaner Ayumu Sasaki drehten am Samstag die schnellsten Trainingsrunden im Rahmen des diesjährigen Motorrad Grand Prix von Deutschland auf dem Sachsenring und gehen demzufolge am morgigen Renntag von den besten Startplätzen in die Rennen zur Motorrad-Weltmeisterschaft.

 

Marc Marquez - wer sonst?

 

In der Königsklasse MotoGP schnappte sich der bis dato neunfache Sachsenring-Sieger und daher absolute Top-Favorit, der 26-jährige Marc Marquez, eigentlich erwartungsgemäß die Pole Position. Dabei bestätigte er, was sich am Freitag bereits andeute, und zwar, dass die Halbwertzeit des bisherigen Rundenrekords abgelaufen sein könnte.

Neben dem Honda-Piloten werden am Rennsonntag die beiden Yamaha-Treiber Fabio Quartararo aus Frankreich und Maverick Vinales, ebenfalls aus Spanien, in der ersten Startreihe Aufstellung nehmen.

Publikumsliebling Valentino Rossi aus Italien schaffte zwar den Einzug ins entscheidende Q2, kam in diesem nach einem Sturz kurz zuvor in Q1 nicht über den elften Startplatz hinaus.

Der Zahlinger Stefan Bradl, der an Stelle des am vorigen Wochenende verletzten Jorge Lorenzo ins Honda-Werksteam an die Seite von Marc Marquez kam, nimmt das Rennen von der 14. Startposition in Angriff.

 

Dem großen Bruder alles nachgemacht

 

Auch in der Moto2 geht ein Marquez von der Pole Position aus ins Rennen. Marc's jüngerer Bruder Alex war hier der Trainingsschnellste und unterbot dabei ebenfalls den bisherigen Rundenrekord. Dies war allerdings noch eher zu erwarten, da die Einheitsmotoren für die Klasse über den Winter von Honda mit 600 ccm Hubraum zu Triumph mit einem kumulierten Zylinderinhalt von 765 ccm gewechselt wurden.

Marcel Schrötter konnte hier an seine Form vom Saisonbeginn anknüpfen und belegte Rang drei. Damit wird auch er, wie auch Valentino Rossis Halbbruder Luca Marini als Trainingszweiter, in der ersten Startreihe stehen.

Für die weiteren Deutschen in dieser Klasse, Jonas Folger und Lukas Tulovic, blieben nur die Startplätze 20 und 28.

 

Gute Ausgangspositionen für Team-PrüstelGP-Piloten

 

In der Klasse Moto3 bestimmten am Ende zwei Japaner das Geschehen an der Spitze. Ayumu Sasaki war dabei geringfügig schneller als sein Honda-Markenkollege Kaito Toba, wobei es den beiden ebenfalls gelang, unter dem bestehenden Rundenrekord zu bleiben.

Mit guten Trainingsleistungen wussten auch die beiden Piloten vom sächsischen WM-Team Redox PrüstelGP zu überzeugen. Während sich Jakub Kornfeil den sechsten Startplatz sicherte, landete Filip Salac auf dem 13. Rang.

Dirk Geiger aus Mannheim blieb bei seinem Debüt in der Weltmeisterschaft, wie am Vortag, nur der 30. und damit letzte Platz, wobei es von vornherein klar war, dass er es schwer haben würde und diesen Wild-Card-Einsatz als Lerneinheit für die Zukunft betrachten muss.

 

Das erste Rennen des Wochenendes

 

Ernst wurde es am Samstag bereits für die jungen Piloten des Red Bull MotoGP Rookies Cup, die das erste von zwei Rennen bereits hinter sich haben. Dieses musste auf Grund eines Unfalls vorzeitig abgebrochen werden. Somit ging der Sieg an den Spanier Pedro Acosta gefolgt von Yuki Kunii aus Japan und Carlos Tatay, ebenfalls aus Spanien. Philip Tonn aus Neukirchen an der Pleiße kam auf Rang 15 und holte damit zum zweiten Mal in dieser Saison Punkte im Vorzimmer der MotoGP.

 

Frohe Kunde machte die Runde

 

Gegen Mittag hatten der WM-Promoter DORNA, der ADAC e. V. und der ADAC Sachsen zu einer Pressekonferenz geladen. Neben der Vorstellung eines neuen Nachwuchsprojektes für Mittel bzw. Nordeuropa ging es dabei auch um die seit Jahren immer wieder wacklige Zukunft des Grand Prix auf dem Sachsenring. Nun wurden Nägel mit Köpfen gemacht und verkündet, dass die deutsche WM-Runde auch im nächsten und übernächsten Jahr definitiv auf dem Sachsenring stattfindet. So lange läuft der Vertrag zwischen der DORNA und der ADAC-Zentrale in München, wobei gleichzeitig erste Gespräche über die Zeit darüber hinaus aufgenommen wurden. (th)