Stadt stellt sich auf neue Flüchtlinge ein

Asyl Notunterkunft im Bahr-Markt soll ab November stehen

Die Vorbereitung neuer Flüchtlingsheime durch den Landkreis Zwickau läuft auf Hochtouren. Da die vorhandenen und geplanten Kapazitäten für dieses Jahr wahrscheinlich nicht ausreichen, um allen vom Land Sachsen zugeteilten Flüchtlingen einen Platz in einer regulären Unterkünfte zu bieten, müssen zusätzliche Notunterkünfte her. Dazu setzt die Kreisverwaltung nun fest auf den ehemaligen Bahr-Markt an der Lengenfelder Straße in Zwickau. Dieser soll bis zum 1. November zur notdürftigen Herberge mit 340 Plätzen ausgebaut sein, wie Stadt und Kreis am Mittwoch auf einer Info-Veranstaltung im Rathaus bekannt gaben. Nach der Insolvenz des Bahr-Markts hatte die Firma Poco das Haus Anfang 2014 übernommen. Mit Poco habe der Kreis am 1. Oktober einen einjährigen Mietvertrag unterzeichnet. Als Betreiber werde nun mit den Johannitern verhandelt.

Explizit als Notunterkünfte ausgeschlossen hatte der Kreis erst kürzlich sämtliche Netto-Märkte. Dort hätte der Umbau zu lang gedauert, zudem wäre er teurer gewesen als ein kompletter Neubau. Fortschritte macht unterdessen das geplante Wohnprojekt in der Marienthaler Straße. In einem Wohnhaus sollen 41 Menschen unterkommen. Nach Angaben des zukünftigen Betreibers, der Zwickauer Stadtmission, könnten die Wohnungen ab 1. November bezugsfertig sein. "Die vertraglichen Dinge sind noch nicht abschließend mit dem Landkreis geklärt, hier laufen noch die Abstimmungen", so der Sprecher der Stadtmission Lars-Christian Trommer am Donnerstag. Nach Auskunft der Sozialamtsleiterin des Landkreises, Cornelia Bretschneider, sind in sämtlichen Einrichtungen des Kreises derzeit über 1.800 Flüchtlinge untergebracht. Bis Jahresende rechnet die Behörde mit rund 2.000 zusätzlich benötigten Plätzen.